Lokalsport Mannheim

3. Handball-Liga Leutershausen verliert 29:30 gegen Nußloch

Zeitz macht den Unterschied

Archivartikel

Leutershausen.Im Fotoalbum der Familie Schreiber gibt es ein Bild, aufgenommen in der Kieler Ostseehalle. Da posiert Christian Zeitz mit zwei Knirpsen – den Brüdern Hendrik und Sven Schreiber. „Verrückt. Und heute spielen sie gegeneinander“, sagt die stolze Oma, die ihre beiden Enkel seit Beginn ihrer Handballkarriere begleitet.

Am Samstag sahen die Großeltern samt U-21-Nationalspieler Hendrik Schreiber beim Handball-Fest in der Heinrich-Beck-Halle zu, wie ihr Sven fast zum Spieler der Partie wurde. Aber eben nur fast. Einer war dann doch immer noch besser: Christian Zeitz. Was der Weltmeister von 2007 aufs Leutershausener Parkett und vor allem in die Maschen von SGL-Torhüter Alexander Hübe zimmerte, war alleine schon den Eintritt wert. Zwölf Tore bei 16 Versuchen und immer dann ein geniales Anspiel, wenn es gebraucht wurde: Der 38-Jährige war der Mann des Spiels und der Grund dafür, dass der bisherige Drittliga-Tabellenführer SG Leutershausen gegen Aufstiegskandidat SG Nußloch beim 29:30 (14:13) den Kürzeren zog.

„Eigentlich hätte es in diesem Spiel keinen Sieger geben dürfen, ein Unentschieden wäre fair gewesen“, sagte Sven Schreiber, der mit acht Toren bester Leutershausener Angreifer war. Er sprang eindrucksvoll für Hendrik Wagner in die Bresche, der am Samstag nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Aber bescheiden und nüchtern, wie er ist, wollte sich der Mathematik-Student nicht in den Vordergrund stellen: „Das, was wir gespielt haben, war vom Niveau her super, die Kulisse bärenstark. So darf es weitergehen.“

In der Tat. Die Teufel lieferten den starken Nußlochern einen aufopferungsvollen Kampf, ließen sich auch vom 5:10-Rückstand (22.) nicht beunruhigen. Das Nußlocher Abwehrzentrum mit Theo Surblys und Kevin Bitz zeigte sich von Leutershausens Einzelaktionen kaum beeindruckt. Wagner traf nicht, der Ex-Nußlocher Lucas Gerdon im rechten Rückraum wollte zu viel. Erst mit Schreibers Einwechslung und einer kurzzeitig offensiveren Abwehr gegen Zeitz & Co kam die Wende.

Mangold hält Gästesieg fest

Zur Pause führte die SGL 14:13, dann noch einmal 16:15. Im Anschluss liefen die Teufel einem Rückstand hinterher, weil Nußloch nicht nur durch Zeitz, sondern auch durch Bitz und den Ex-Leutershausener Jochen Geppert die einfachen Tore machte und Moritz Mangold im zweiten Durchgang das Duell gegen Alexander Hübe im Tor gewann. „Er ist immer noch der Altmeister“, sagte Mangold, der einst Hübes Kollege im Torhütergespann war.

Zeitz bewahrte am Ende kühlen Kopf. Nach dem 28:28 durch Lucas Gerdon (57.) spielte er den Pass zu David Ganshorn an den Kreis, der zum 28:29 einnetzte. Dann schloss Gerdon unvorbereitet ab, während Nußloch David Herrmann freispielte – 28:30. Trotz Wagners 29:30 und einer Glanztat von Hübe reichte am Ende die Zeit nicht mehr.

„Die Beck-Halle hat heute das beste Spiel seit langem gesehen. Schade, dass wir heute nicht das Quäntchen Glück hatten. Aber ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft, die sich hervorragend weiterentwickelt“, sagte SGL-Trainer Frank Schmitt. AT/ü

SGL: Hübe, Gärtner – Schreiber (8), Muth, Bernhardt, Schwarz, Rolka (1), Stippel (1), Ruß (2), Cirac, Schmitt (3), Wagner (4), Seganfreddo, Mantek, Gerdon (3), Pauli (7/7).

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