Lokalsport Mannheim

Porträt Nico Jüllich und Frank Arndt sind Spieler und Physiotherapeut bei einem Liechtensteiner Fußball-Klub

Zwei Mannheimer in Vaduz

Archivartikel

Vaduz/Mannheim.Als Franz Burgmeier beim jüngsten Endspiel des Liechtensteiner Fußball-Pokals für den FC Vaduz gegen den FC Balzers in der Nachspielzeit das 3:0 erzielte, war der insgesamt 46. Cupsieg des Klubs endgültig unter Dach und Fach. Jubeln durften dabei auch zwei Mannheimer, die in Diensten des FC Vaduz stehen.

Nico Jüllich, gebürtig in Heidelberg und bis 2010 Spieler beim SV Waldhof Mannheim, konnte aufgrund einer Leisten-Verletzung zwar im Finalspiel nicht mitwirken, steht aber bei dem einzigen Liechtensteiner Profiklub seit Saisonbeginn unter Vertrag. Frank Arndt ist Physiotherapeut beim FC Vaduz und stammt aus Mannheim-Neckarstadt. „Wir reden natürlich sehr oft über unsere gemeinsame Heimat und fiebern mit dem SV Waldhof mit“, sagt Arndt. „Ich habe als 15-Jähriger miterleben dürfen, als Schlappi mit Frack und Zylinder in einer Kutsche zum letzten Spiel gekommen ist.“

Eine erfolgreich bestrittene Relegation hat Nico Jüllich dem SV Waldhof bereits voraus. Im Jahr 2014 gelang ihm mit der SG Sonnenhof Großaspach als letztem Verein aus der Regionalliga Südwest über den Umweg der umstrittenen Aufstiegsspiele gegen den VfL Wolfsburg II (0:0, 1:0) der Aufstieg in die 3. Liga. „Wir gingen als Außenseiter ins Spiel. Für uns als Mannschaft war es aber nie ein Thema, dass wir scheitern könnten“, erinnert er sich an die spannungsgeladene Zeit im Saisonendspurt. „Wir hatten den Vorteil, dass wir eine super Mannschaft mit einem starken Zusammenhalt hatten.“

Spannende Stationen

Bevor Jüllich allerdings für die SG Sonnenhof Großaspach auf Torejagd ging, verbrachte er zwei ereignisreiche Jahre beim FC Bayern München II. Ein Höhepunkt war dabei das Abschiedsspiel von Franz Beckenbauer, in dem er in der Profi-Mannschaft gegen Real Madrid als direkter Gegenspieler von Cristiano Ronaldo mitwirken durfte. „Ich rutschte für Philipp Lahm in die Mannschaft, da er sich verletzt hatte, und musste hinten rechts ran, was eigentlich nicht meine Position ist“, blickt Jüllich zurück.

Dennoch absolvierte der heute 28-Jährige ein starkes Spiel und erhielt nach der Partie viel Zuspruch. Zu weiteren Berufungen unter Louis van Gaal kam es jedoch nicht mehr. Über den 1.FC Saarbrücken und Großaspach landete Jüllich im vergangenen Sommer beim FC Vaduz, ein Wechsel, der einem Kontakt zum aktuellen Vaduz-Trainer Roland Vrabec geschuldet ist, der Jüllich bereits früher zum FSV Frankfurt hatte holen wollen. Zudem war im vergangenen Sommer der Wechsel zum SV Waldhof gescheitert. „Ich hätte für die 3. Liga sehr wahrscheinlich unterschrieben“, bestätigt er.

Das erste Dreivierteljahr beim FC Vaduz stand nun aber unter keinem guten Stern. Bereits zum Saisonstart hatte ihn eine Entzündung im Knie um Einsätze in der Europa League gebracht, im Winter warf ihn nun eine alte Leistenverletzung wieder zurück. Ausgerechnet an seinem 28. Geburtstag am 27. März musste er unters Messer und sich einer Operation unterziehen.

Umso öfter kommt er jetzt aber in den Genuss von Frank Arndt, der ihn als Physiotherapeut wieder zu alter Form führen soll. Dieser scheint nach Stationen bei den Grasshopper Zürich, FC St.Gallen oder Chernomorets Burgas beim FC Vaduz sein Glück gefunden zu haben. „Es ist schön, meine Erfahrungen im eher ruhigen Vaduz umsetzen zu können“, sagt Arndt, der mit seiner „Mannheimer Art“ im beschaulichen Liechtenstein fast schon Kultstatus besitzt. Daher nimmt der Triumph im Endspiel für ihn einen großen Stellenwert ein. „Der Pokalsieg ist nach dem verpassten Wiederaufstieg ein wichtiger Erfolg, der die Teilnahme an der Europa League bedeutet“, so Arndt, dem es nun obliegt, Jüllich wieder auf Leistungsstand zu bringen.