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Zwei Titel-Anwärter und ein Geheimfavorit

Archivartikel

Flames-Konkurrenz: Großes Gerangel um die Mittelfeldplätze

Der Thüringer HC und die SG BBM Bietigheim waren in den letzten neun Spielzeiten der Frauenhandball-Bundesliga das Maß aller Dinge. Dabei wurde der THC siebenmal Meister, während der Club aus Baden-Württemberg 2017 und in diesem Jahr triumphierten – zuletzt nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen, das sie nur durch die knapp bessere Tordifferenz gegenüber dem Club aus Erfurt und Bad Langensalza gewannen.

Dieses Duo sollte auch in der mit Spannung erwarteten Spielzeit 2019/20 für Furore sorgen können. Diese Meinung vertritt Heike Ahlgrimm. „Der THC und Bietigheim werden das Rennen unter sich ausmachen. Allerdings könnte Borussia Dortmund, die sich gut verstärkt hat, für eine Überraschung sorgen“, schließt die Flames-Trainerin auch einen Titel-Dreikampf nicht aus.

Bietigheim vertraut in erster Linie auf sein eingespieltes Top-Team und verpflichtete mit Amelie Berger (Bayer Leverkusen) und Maren Nyland Aardahl (Byasen Trondheim/Norwegen) lediglich zwei hochkarätige Neuzugänge. Der Pokalsieger aus Thüringen baut mit Mikaela Mässing (H65 Höörs/Schweden), Marie Skurtveit Davidsen (Tertnes Bergen/Norwegen) und Almuenda Rodriguez (CS Bistrita/Rumänien) auf weitere internationale Spitzenkräfte. Allerdings stehen neun Spielerinnen dem THC nicht mehr zur Verfügung; unter anderem Anne Hubinger, Jana Krause und Kerstin Wohlbold, die ihre Karriere beendeten.

Einiges vor hat Dortmund mit dem neuen Coach Andre Fuhr. Sieben Neuzugänge wie die Flames-Asse Merel Freriks und Bogna Sobiech sowie Aleksandra Zych (Metz/Frankreich), Lelly Dulfer (Kopenhagen HB/Dänemark), Isabell Roch, Kelly Vollebregt (beide Metzingen) und Inger Smits (TH Holstebro/Dänemark) schlossen sich dem Tabellensiebten der Vorsaison an. Dem stehen aber auch acht Abgänge wie die Ex-Nationalspielerinnen Clara Woltering (Karriereende) und Svenja Huber (Bayer Leverkusen) gegenüber.

Leverkusen ließ aufhorchen

„Ich erwarte mit TuS Metzingen, dem Buxtehuder SV, Bayer Leverkusen und der HSG Blomberg vier Mannschaften, die sich im oberen Mittelfeld bewegen werden“, urteilt Heike Ahlgrimm. Die TusSies haben sich erneut die Dienste einiger Ausnahmekönnerinnen wie Katarina Pandzar (Hypo Niederösterreich), Bo van Wetering (VOC Amsterdam/Niederlande), Latitia Quist (SG Kappelwindeck) und Simone Cathrine Petersen (Aarhus United/Dänemark) gesichert.

Nicht unterschätzen darf man Bayer Leverkusen, das jüngst mit dem Gewinn des gut besetzten Oldenburger Turniers aufhorchen ließ, sich aber nur die Dienste von Pia Adams (TV Beyeröhde), Prudence Kinlend (FrischAuf Göppingen) und Svenja Huber (Dortmund) sicherte.

Die Clubs, die in der Spielzeit 2018/19 ein negatives Punktekonto aufwiesen, werden wohl auch diesmal um weitere Plätze im gesicherten Mittelfeld spielen. Der VfL Oldenburg baut in Zukunft auf Kathrin Pichlmeier (HSG Blomberg-Lippe), Carina Aselmeyer (Nortwil/Schweiz) und Nele Reese (SV Henstedt-Ulzburg). Eine unberechenbare Größe stellt die HSG Bad Wildungen dar, die mit Jana Scheib (Bietigheim), Alina Otto (Werder Bremen), Vanessa Plümer (Frankfurter HC) und Maria Ines Da Silva Pereira (Haukar Hafnarfjördur/Island) einige vielversprechende Neuzugänge begrüßen konnte. Nicht wieder zittern will die Neckarsulmer SU, die sich u.a mit Jill Kooij (SV Dalfsen), Nathalie Hendrikse (VOC Amsterdam), Lucija Zeba (Kozarmislen(Ungarn) und Lynn Knippenborg (TTH Holsebro/Dänemark) verstärkte.

„Die beiden Aufsteiger sind nur schwer einzuschätzen“, meint Heike Ahlgrimm. Für die Kurpfalz Bären aus Ketsch, die mit Cara Reuthal (HC Erlangen) und Amelie Möllmann (Hannover-Badenstedt) nur zwei neue Spielerinnen dazu bekamen, könnte es eng werden. Der FSV Mainz 05 wird alles daran setzen, nicht den einen Direktabsteiger zu stellen. Neuzugänge wie Nina Reißberg (Halle-Neustadt) und Katarzyna Demianczuk (Kirchhof) sollen dazu beitragen.

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