Lokalsport Mannheim

Spieler der Woche Filip Vlahov hat in seiner Fußballer-Karriere schon viel erlebt und will sich nun auf dem Waldhof durchsetzen

Zwischen Balkan und Basler

Archivartikel

Mannheim.Filip Vlahov trug schon den imponierenden Beinamen „Odenwald-Bomber“, spielte in der Zweiten Liga in Mazedonien, trainierte unter Mario Basler und ballerte am Wochenende den SV Waldhof II zum Sieg in der Fußball-Landesliga. Beim 3:0 gegen den ASV Eppelheim erzielte der 25-Jährige alle drei Tore und setzte ein deutliches Ausrufezeichen.

Seit dieser Saison spielt der Stürmer mit den mazedonischen Wurzeln am Alsenweg und hofft auf den Sprung ins Regionalliga-Team. „Bisher läuft es für mich sehr ordentlich beim Waldhof, wir haben alle Spiele gewonnen und sind ganz oben mit dabei“, freut sich Vlahov über den sensationellen Start seines Teams. „Endlich konnte ich auch beim neuen Verein meine Torjägerqualitäten unter Beweis stellen. Mein Selbstvertrauen vor dem Tor ist wieder da“.

63 Tore beim FC Inter Erbach

Der Goalgetter hat einen Torriecher wie kaum ein anderer im Mannheimer Fußballkreis. Beim FC Inter Erbach erzielte der 25-Jährige unglaubliche 63 Tore in nur 29 Spielen – damals in der Odenwälder Kreisliga A. Nach seiner Torflut hoffte Vlahov auf die internationale Karriere: „Ich wollte in Bulgarien in der Zweiten Liga spielen, das scheiterte aber aus finanziellen Gründen. Also habe ich bei Makedonija Gjorec Petrov angeheuert und kickte ein halbes Jahr in der Zweiten Liga in Mazedonien“, berichtet der 25-Jährige von seiner Reise durch Ost-Europa.

Die nächste Station: Rot-Weiss Frankfurt. „Dort hatte ich ein komplett verrücktes Jahr. Wir hatten insgesamt fünf Trainerwechsel in einer Saison, viele Spieler sind noch während der Runde gegangen. Am Ende stand der Abstieg in die Verbandsliga“, blickt der gebürtige Erbacher zurück. Ein kurioses Jahr, in dem er auch Mario Basler als Trainer kennenlernte. Der Europameister von 1996 stand insgesamt drei Monate an der Seitenlinie von Frankfurt. „Ich hatte eine gute Zeit unter Basler, er holte mich fest in die erste Mannschaft, ließ mich oft spielen. Als Person ist er ein richtig geiler Typ, seine Trainingsmethoden waren allerdings noch nicht ganz ausgereift“, grinst Vlahov und fügt an: „Wir hatten aber alle großen Respekt. Wenn so ein verdienter Spieler vor dir steht, dann hört jeder ganz genau zu“. Nun also der Waldhof. Über einen Kontakt zu SVW-Trainer Peter Brandenburger fand der 25-Jährige den Weg nach Mannheim. Der Coach ist froh über den Neuzugang: „Ein Stürmer, den du heutzutage nicht so oft findest. Er hat einen wahnsinnigen Torriecher, bringt körperlich alle Voraussetzungen mit. Im Spiel gegen Eppelheim hätte er aber noch eine Bude mehr machen müssen“, lacht Brandenburger, der mit seinem Schützling Großes vorhat: „Grundsätzlich wollen wir jeden Spieler so weiter entwickeln, dass er die Chance hat, in der Regionalliga zu spielen. Filip hat schon mit der ersten Mannschaft trainiert, wurde bei einem Freundschaftsspiel sogar eingewechselt. Aktuell hat er noch Luft nach oben. Wenn er aber weiter hart trainiert, ist er auf einem guten Weg“.

Noch Luft beim Kopfballspiel

Vor allem das Kopfballspiel gilt es bei Vlahov zu verbessern. Seine Dribblings dagegen sind außergewöhnlich, sein Spielwitz bereichert das SVW-Team. Der Torjäger setzt nun alles auf eine Karte: „Ich will mich beim Waldhof durchsetzen. Aktuell halte ich mich parallel mit Nebenjobs über Wasser, will aber früher oder später mein Geld mit dem Fußball verdienen. Für mich heißt es: Gas geben“. Vor allem will der 25-Jährige aber eines: Lange beim SVW bleiben und sich durchbeißen. Für diese Saison hat er sich auch ein ganz spezielles Ziel gesetzt: „63 Tore wie in Erbach werde ich wohl nicht schießen“, lacht Vlahov. „Zwanzigsollen es aber durchaus sein.“