Ludwigshafen

Soziales Zwölf Kinder und drei Betreuer aus der Ukraine zu Gast in Ludwigshafen und der Region

14 Tage Auszeit vom Konflikt

Archivartikel

Ludwigshafen.Kinder und Jugendliche aus der Ukraine im Alter von neun bis 14 Jahren sind zurzeit in der Region unterwegs: Zum vierten Mal organisiert die Kinderhilfe Ukraine, die ihren Sitz in Ludwigshafen hat, für sie ein Sommercamp. Zwei Wochen lang hatten die Gäste aus der Stadt Novograd-Volynskij die Möglichkeit, die Region zu erkunden und viele spannende Dinge zu erleben. An diesem Wochenende geht es zurück in die Heimat.

Als Unterkunft für die zwölf Kinder und drei Betreuer diente das Gemeindezentrum der Matthäuskirche in Ludwigshafen-West, das kurzerhand in ein Ferienlager mit Feldbetten umgestaltet wurde. Der Hintergrund des freudigen Miteinanders ist ein trauriger: Novograd-Volynskij ist seit jeher eine Garnisonsstadt, die seit dem Krieg in der Ukraine, der 2014 begann, Soldaten in der Ostukraine einsetzt. Der Krieg wurde zum Auslöser für die Gründung der Kinderhilfe, finanziell unterstützt wird der Verein von Stiftungen und Privatpersonen, das Budget umfasst etwa 8000 Euro.

30 Stunden Busfahrt

„Die Kinder haben viele Angehörige und Bekannte im Krieg verloren, im Jahre 2014 gab es eine Zeit, an der jeden Tag bis zu zwei Beerdigungen stattfanden. Mit dem Ausflug nach Ludwigshafen möchten wir den Kindern eine 14-tägige Auszeit vom Konflikt gönnen“, sagte Valentyna Sobetska, Vorsitzende des Vereins. Sie selbst stammt aus Novograd. 30 Stunden hat die Fahrt mit dem Bus gedauert, mit sechs Stunden Wartezeit an der polnischen Grenze.

Das Programm war vielfältig gestaltet. Es gab Wanderungen, teambildende Spiele, Ausflüge nach Heidelberg und Worms oder eine Pfalztour. „Was mir in Deutschland auffällt, ist die Sauberkeit. In der Ukraine sind die Straßen teilweise nicht befestigt, so dass es ziemlich staubig ist“, sagte der elfjährige Sergij, dessen tierische Favoriten die Adler im Kurpfalzpark Wachenheim waren. „Und das Willersinn-Freibad war sehr schön.“

„Mir haben die Wölfe im Kurpfalzpark, die Schmetterlinge und Pinguine im Luisenpark am besten gefallen“, meinte Dascha, ebenfalls elf Jahre alt. An unbekannten Speisen fielen ihnen Döner und grüner Salat mit Kernen auf. Als Abschluss gibt es einen Festabend, an dem alle Kinder die Wyschywanka, das bunt bestickte ukrainische Nationalhemd, tragen.