Ludwigshafen

Lesung Literatur-Offensive stellt neue Anthologie zum 30-jährigen Bestehen vor / 23 Autoren beteiligt

160 Seiten übers Essen und Genießen

Ludwigshafen.Seit genau 30 Jahren gibt es die Autorengruppe „Literatur-Offensive“, und „da war einiges los“, wie Lothar Seidler in der Stadtteilbibliothek Friesenheim sagte. Der Leiter der Literaturgruppe stellte deren neuestes Werk vor. Das 160-seitige Buch „Angerichtet und aufgetischt“ erschien im Jubiläumsjahr und ist die zehnte Anthologie. 77 Autoren hatten 123 Texte eingereicht. „Das hätte theoretisch zweieinhalb Bücher füllen können“, so Seidler.

Es folgte ein Auswahlverfahren und am Ende des Prozesses wurden 40 Texte von 23 Autoren in das Jubiläumswerk aufgenommen. „Angerichtet und aufgetischt“ ist kein Kochbuch, wie Seidler betonte. „Alles ist durchzogen von den verschiedenen Düften der literarischen Küche an Rhein und Neckar.“ Es sei „leichte Lesekost“, sagte Seidler. „Die Geschichten haben sich nicht so zugetragen, aber sie hätten sich so zutragen können.“

Texte aus der ganzen Region

Die Anthologien sind seit Beginn an fester Bestandteil der Literaturgruppe. In den ersten Jahren erschien noch jährlich eine Ausgabe, doch die langwierigen Diskussionsentscheidungen haben viel Kraft und Zeit gekostet. Es folgte eine Zeit, in der es ruhiger wurde, dann erschienen die Anthologien nur noch alle zwei Jahre, ab 2006 alle vier Jahre. Die vorletzte Anthologie „FlußAuf und FlußAb“ vereinte Texte über Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg und Worms. Das „literarische Treibgut“, wie die vorletzte und 2014 erschienene Anthologie auch genannt wird, wurde zum Bestseller. Auch, weil sie zum 25-jährigen Bestehen der Gruppe erschienen war. 34 Autoren aus der Region waren beteiligt.

Das Werk in diesem Jahr hat sich mit Geschichten rund um das Zubereiten, das Essen und das Genießen beschäftigt. Es geht um die Menschen, ihre Gefühlslagen, Ideen und Erlebnisse. Die Bandbreite reicht von der Fantasy-Erzählung bis hin zum Kurzkrimi, von historischer bis hin zu individueller Begebenheit.

Seidler ist nicht allein nach Friesenheim gekommen. Er hatte zwei Autoren mitgebracht: Edith Brünnler las aus ihren Werken vor. Und sie formulierte vielfach das, was jeder auch schon so erlebt hat: Es sind kleine Gewohnheiten und Vorfreuden eines jeden, die sie treffend zur Sprache bringt: „Nur im September schmeckt der Lebkuchen so, wie er soll“, zum Beispiel.

„Kommt ihnen das bekannt vor?“ fragte Heide-Marie Lauterer am Ende ihrer Lesung: Sie bedient sich aus alltäglichen Lebenserfahrungen wie dem vergessenen Schlüssel. In vielen ihrer Bestsellerprojekte geht es um die Leiden und Erfahrungen der Schriftsteller. 

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