Ludwigshafen

Soziales Verein zur Förderung bei Lernschwächen feiert Geburtstag

20 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe

Ludwigshafen.Von Teilleistungsschwächen sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen betroffen. Dabei handelt es sich nicht um eine bestimmte Krankheit oder Behinderung, sondern um einen Oberbegriff, der Schwächen im Lesen, Schreiben, Rechnen, der Motorik, der Wahrnehmung und des Verhaltens zusammenfasst. In Ludwigshafen existiert mit dem Verein Selbständigkeits-Hilfe bei Teilleistungsschwächen (SeHT) seit zwanzig Jahren eine Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige, Freunde und Förderer.

Zum Jubiläum zog es 50 Besucher in den Garten des Max-Hochrein-Hauses in Friesenheim, wo ein Programm mit vielen Spielen geboten wurde. „Meine Tochter leidet selbst unter frühkindlichem Autismus“, sagte Eric von Nagel, Stellvertreter der Selbsthilfeorganisation. Schnell hatte er den Kontakt zur Caritas hergestellt, die dem Verein das Anwesen seitdem als Treffpunkt überlässt. Eine wichtige Rolle spielen die Kinder: Jeden zweiten Samstag im Monat kommen die ‚PowerKids‘ zusammen. Im geschützten Rahmen wird gespielt, gearbeitet und aufeinander zugegangen.

Überhaupt nimmt die gegenseitige emotionale Unterstützung einen zentralen Platz in der Arbeit von SeHT ein, wie Heidi Steinert verdeutlichte. „Bei uns weiß jeder, wovon der andere spricht, und in jeder Gesprächsgruppe wird mindestens ein bis zweimal gelacht“, sagte die Vorsitzende für den Bereich Ludwigshafen/Vorderpfalz. Eine der fleißigsten Helferinnen ist ihre zehnjährige Enkelin, wenngleich sie selbst nicht von einer Teilleistungsschwäche betroffen ist. Das häufigste Krankheitsbild unter den 200 SeHT-Mitgliedern in Ludwigshafen sind die Aufmerksamkeitsstörungen ADS und ADHS. Für ein vielfältiges Angebot sorgen knapp 20 Aktive: Sie leiten Motivationsgruppen, Konzentrations- und Lerntrainings, soziale Kompetenz- und Selbstsicherheitstrainings, bieten Seminare und berufliche Begleitung an, arbeiten in Kreativgruppen und haben am Sorgentelefon ein offenes Ohr.

Schon als Kind dabei war Felix Strubel, eines der beiden noch aktiven Gründungsmitglieder. „Wir sprechen hier von Leistungsdefiziten in begrenzten Teilbereichen trotz normaler Intelligenz“, stellten die Ehrenamtlichen klar. Die wichtigsten Schritte zur Selbsthilfe seien: auffangen, ermutigen, informieren, orientieren und Freizeit. Kontaktadresse für Interessierte: sehtlu@gmx.net

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