Ludwigshafen

Umwelt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck verleiht Preise nach der dreiwöchigen Aktion im September

214 584 Kilometer geradelt

Archivartikel

Ludwigshafen.„Ich hatte keinen Muskelkater“, berichtet Beate Schnetteler von ihren Erfahrungen beim Stadtradeln, „ich fahre auch so schon viel mit dem Fahrrad.“ Dennoch war die dreiwöchige Kampagne des Stadtradelns im September für sie ein Wettbewerb, der sie angespornt hat. Die Lehrerin des Heinrich-Böll-Gymnasiums war nicht alleine. 158 Jugendliche ihrer Schule hatten sich auch angemeldet beim Stadtradeln, für einige war es die größte Freude, in der Kilometerwertung vor den Lehrern zu stehen: „Das war ein echter Wettbewerb, da wurde man angesprochen, warum man nicht so viele Kilometer geradelt sei“, sagt Lehrer Marcel Barth.

Extratour im Maudacher Bruch

Die Kinder und Jugendlichen waren bisweilen richtig motiviert und haben sogar ein 50-Kilometer-Extremradeln im Maudacher Bruch veranstaltet, um an die wertvollen Kilometer zu kommen. Immerhin, das Radeln hat sich gelohnt, zwei erste Preise konnten die fleißigen Radler gewinnen: die beste Schule mit 16 350 Kilometern und das größte Team mit 158 Radelnden.

Die Preise für die aktivsten Radfahrer wurden am Dienstagabend im Rathaus verliehen. Die Klimaschutzkoordinatorin der Stadt, Ellen Schlomka, hat die Aktion organisiert: Es ist eine Kampagne des Klima-Bündnisses, dem größten kommunalen Netzwerk zum Schutz des Weltklimas. Mit der Aktion sollten Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag gewonnen werden. Und bei der erstmalig veranstalteten Kampagne haben sich 1094 Radfahrer beteiligt, die in 87 Teams 214 584 Kilometer geradelt sind. Mit dem Auto würde das einen Kohlendioxid-Ausstoß von 30 471 Kilogramm bedeuten.

„Wir müssen uns mit einem guten Stadtklima auseinandersetzen“, wie Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) anlässlich der Preisverleihung sagte. „Radfahren ist etwas Schönes und Tolles, und wir brauchen gute Vorbilder für die Zukunft.“ Sie sprach von Hausaufgaben, die die Stadt zu machen habe: „Wir müssen die Radwege ausbauen und auch die bestehenden ausbessern und verbessern.“

Mit einer App konnten die Radler gleich Meldungen an die Verwaltung schicken. 77 solcher Meldungen seien eingegangen und bearbeitet worden. „Wir nehmen das ernst“, betonte das Stadtoberhaupt, die Radwegmängel-App soll demnächst in die städtische Mängel-App integriert werden.

Steinruck freute sich über sehr aktive Radler, wie beispielsweise Klaus Freyburger, der täglich von Schwetzingen zur Arbeit nach Ludwigshafen fährt, mit dem Rad natürlich. Schon mehr als 650 000 Kilometer habe er mit dem Rad zurückgelegt, wie er mit seiner Excel-Datei belegen kann. Bei der Aktion zum Stadtradeln kam er immerhin auf Platz drei mit 1532 Kilometer.

Die erfolgreichsten Radler waren Jan Ahlbrand und Maximilian Dachner vom Team BASF, die jeweils 2300 Kilometer zurücklegten: Ludwigshafen-Bodensee-Gardasee-Bratislava-Wien-Ludwigshafen. „Es war ein schöner Radwanderurlaub“, wie die zwei berichten – bis auf den Schnee auf dem Arlbergpass.

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