Ludwigshafen

Maudach Lions-Club Ludwigshafen-Kurpfalz erweitert Streuobstwiese zum Jubiläum / Spender unterstützen Aktion

50 Bäume zum 50-jährigen Bestehen gepflanzt

Archivartikel

Ludwigshafen.Als Rainer Ritthaler auf der Streuobstwiese im Maudacher Bruch zur Tat schreitet, ist die Vorarbeit längst erledigt. Fleißige Helfer des Lions-Clubs Ludwigshafen-Kurpfalz, dessen Präsident er ist, haben am Vortag Dutzende Gruben ausgehoben. „50 Jahre – 50 Bäume“ lautet das Motto des Serviceclubs, der auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Der noch feuchte Untergrund im Gebiet zwischen der „Gänslache“ und „Im Kinkel“ helfe bei der Baumpflanzung, erklärt Ritthaler, bevor er das Gehölz seinem neuen Standort zuführt. Der Apfelbaum fügt sich in eine Reihe vorwiegend einheimischer Sorten ein, die für die Aktion ausgewählt wurden.

„Ernst Bauer“, „Freinsheimer Taffetapfel“ und „Heimeldinger“ suche man im Supermarkt vergeblich, bestätigt Christian Karpp von der Interessen- und Fördergemeinschaft für das Maudacher Bruch (IFLM). Der Verein ist Kooperationspartner ebenso wie die weiteren in der Chemiestadt vertretenen Serviceclubs Lions „Tor zur Pfalz“, Rotary Ludwigshafen-Rheinschanze, Zonta und Soroptimist international. Insgesamt 5000 Euro Spenden sind zusammengekommen, Repräsentanten der Spender kommen zur gemeinschaftlichen Baumpflanzung.

„Grüne Lungen schützen“

„Als hochverdichtete Stadt müssen wir unsere grünen Lungen schützen“, betont Ortsvorsteherin Rita Augustin-Funk (CDU) und bezeichnet die historischen Apfelsorten als „Aufwertung“ jener Streuobstwiese, die schon auf Karten aus dem 19. Jahrhundert dargestellt war und die dem Steinkauz auch heute einen Rückzugsort verschafft.

Der parteilose Baudezernent Alexander Thewalt sieht in der Aktion einen Beitrag zum Klimaschutz, der für die Chemiestadt oberste Priorität habe, nachdem sich die Luftqualität bereits stark verbessert habe. Rainer Ritthaler – als Umwelt-Bereichsleiter quasi von Amts wegen Experte im Thema – lädt die Teilnehmer zu einem Rundgang über das 5,2 Hektar große Gelände ein, das zuweilen an einen Golfplatz erinnere. Mit Hacke und Spaten demonstriert er die einzelnen Schritte einer Neuanpflanzung, Grundregeln inklusive: So ist der Pflock neben dem Baum stets nach Westen auszurichten, um den Setzling gegen Witterungseinflüsse abzuschirmen. Außer den historischen Apfelsorten haben auch Wildpflaume, Nancy-Mirabelle sowie die Dürkheimer Krachmandel ihren Platz auf der Streuobstwiese gefunden. Schließlich wolle man der Bevölkerung auch etwas „fürs Auge bieten“, so die Organisatoren.

Bodenfeuchte stimmt

Klimaveränderungen seien an diesem Standort weniger ein Problem, erläutert Ritthaler: Im Außenbereich stimme noch die Bodenfeuchte, während es in der Innenstadt heißer werde. Deswegen kämen heimische Gewächse weiterhin mit den Bedingungen zurecht. Die Pflege der Wiese im Maudacher Bruch übernimmt der Leuchtfeuerhof Ruchheim. Ins Wachstum der 50 neuen Bäume will man zunächst aber wenig eingreifen, man ziele „nicht auf Ertrag“. Im Sommer 2021 soll es eine Führung zur Erntezeit geben – und frisch gewonnenen Apfelsaft.

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