Ludwigshafen

Friesenheim Anwohner der Luitpoldstraße regen Kontrollen und Einbau von Bodenschwellen an

Ärger über Schleichverkehr

Archivartikel

Ludwigshafen.Gut 500 Meter lang ist der Abschnitt in der Luitpoldstraße, der in Friesenheim für viel Ärger sorgt. Die Strecke zwischen der Kreuzung beim städtischen Altenheim und der Einmündung in die Sternstraße ist eigentlich nur für Anlieger frei. Berufspendler missbrauchen sie gerne als Ersatz-Durchgangsstraße, vor allem wenn sich der Verkehr in der Kopernikusstraße und Teilen der Sternstraße staut. Es gilt Tempo 30, doch das kümmert die wenigsten. Messungen der Stadt zählten rund 400 Fahrzeuge, die dort an Werktagen verbotswidrig und häufig zu schnell unterwegs sind, darunter auch Kleinbusse und Lkw. „Manche brettern mit 70 und mehr hier durch“, ist sich Wolfgang Remelius sicher.

Zusammen mit zwei weiteren Nachbarn hat er einen 13-Punkte-Katalog erarbeitet mit Empfehlungen „zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit“. Neben regelmäßigen Kontrollen werden Bodenschwellen angeregt, weitere Anliegerschilder sowie Tempo-30-Piktogramme an allen Einmündungen gefordert und sogar Einbahnstraßen-Regelungen angedacht.

„Es muss ja nicht alles umgesetzt werden, aber wir erwarten, dass die Verwaltung das zumindest prüft“, so Remelius. Immerhin seien inzwischen Piktogramme auf den Asphalt gemalt worden, allerdings entgegen der Hauptfahrtrichtung. Und der Grüne Pfeil an der Einmündung der Saarbrücker Straße in die Sternstraße ist entfernt worden.

Behandelt wurde das Thema erst Ende Juni im Ortsbeirat, unter dem Titel „Verkehrssicherheit in der Luitpoldstraße“ und eingebracht von der SPD-Fraktion. Günther Henkel (SPD) begründete die Verspätung mit dem Corona-bedingten Ausfall der April-Sitzung. Dass eine Fraktion den Antrag im Gremium stelle, sei üblich; Bürger dürften dies nicht. Seither wird die Debatte öffentlich weitergeführt.

Vize-Ortsvorsteher Christian Schreider (SPD) hält manche Vorschläge für kontraproduktiv, etwa die Ausweisung von Einbahnstraßen: „Wenn die Verkehrsteilnehmer nicht mehr mit Gegenverkehr rechnen müssten, hätte dies höhere Geschwindigkeiten zur Folge“, argumentiert Schreider angesichts der dortigen Breite der Luitpoldstraße. Einbahnstraßen führten zudem zu mehr Umwegfahrten, was das Verkehrsaufkommen weiter erhöhen würde.

Die CDU begrüßt, dass der Ortsvorsteher den Vorschlag aufgegriffen hat, sich nach den Ferien zu einem Workshop zu einem Gesamtverkehrskonzept für Friesenheim zusammenzusetzen. Dies betrifft auch, aber nicht nur die Luitpoldstraße, so Thorsten Ralle (CDU). 

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