Ludwigshafen

Partei Timo Weber verzichtet auf Stadtratsmandat

AfD-Chef tritt zurück

Ludwigshafen.Nicht nur bei den Grünen, sondern auch bei der AfD gibt es offenkundig heftigen Streit. Der Kreisvorsitzende Timo Weber (Bild) gab am Donnerstag bekannt, dass er mit sofortiger Wirkung das Amt niederlegt und zudem auf sein Stadtratsmandat verzichtet. „Zum Wohl der Partei will ich mich nicht über die Gründe äußern“, sagte der 41-Jährige auf „MM“-Nachfrage. Eine relativ kurzfristige Entwicklung habe zu diesem Schritt geführt. Der AfD-Spitzenkandidat bei der Stadtratswahl gab keinen Kommentar dazu ab, dass überraschenderweise der 24-jährige Pascal Bähr zum Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde. Der angehende Hotelfachmann ist Regionalvorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“. Stellvertretende Fraktionsvorsitzende sind Johannes Thiedig und Hans-Joachim Spieß. Weber äußerte sich zuversichtlich, dass die AfD im Stadtrat durch gute Oppositionsarbeit in Erscheinung treten werde.

„Persönliche Gründe“

Bähr war nach eigenen Angaben mit sechs von acht Stimmen zum Fraktionschef gewählt worden. Er will nicht für den Kreisvorsitz kandidieren, sondern sich auf den „Aufbau der Stadtratsfraktion und die Arbeit der Nachwuchsorganisation der Partei konzentrieren. Der Rückzug Webers habe persönliche Gründe, so der Fraktionschef. Pressesprecher Joachim Klingmann zeigte sich überrascht über den Schritt Webers. „Ich bedauere das sehr.“

Der selbstständige Softwareentwickler Weber war seit einem halben Jahr Kreischef, zuvor war er Stellvertreter. Die AfD hatte bei der Stadtratswahl 13,5 Prozent der Stimmen und acht Mandate erzielt. Nach der Spaltung der Grünen ist sie drittstärkste Kraft.