Ludwigshafen

Rassismus Netzwerk gegen rechte Gewalt bietet Vorträge und Ausstellung an / Kundgebung am Samstag vor dem Rathaus

Aktionstage starten mit Demonstration

Ludwigshafen.Schüler und kirchliche Jugendgruppen zeigen Kurzfilme gegen Rassismus. Der Direktor des Hack-Museums, René Zechlin, stellt Bilder vor, die von verfolgten Künstlern stammen. Der Rat für Kriminalitätsverhütung bietet ein Argumentationstraining gegen Vorurteile an. Umfangreich ist das Programm der Aktionswoche „LU bunt statt braun“, die das vom DGB koordinierte Netzwerk gegen rechte Gewalt und Rassismus zusammengestellt hat. Die größte Aufmerksamkeit dürfte eine Demonstration am Samstag, 16. März, in der Innenstadt finden. Bei der Abschlusskundgebung vor dem Rathaus spricht Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) gegen 16.30 Uhr.

Die Demonstration, zu der rund 200 Teilnehmer erwartet werden, startet um 15 Uhr am Bürgermeister-Krafft-Platz – musikalisch begleitet von antifaschistischen Liedern und Rapmusik. Die Strecke führt über die Mundenheimer Straße und eine Zwischenkundgebung am Friedrich-Wilhelm-Wagner-Platz über die Wredestraße zum Rathaus. Kurze Redebeiträge halten unter anderem Renate Bauer, ehemalige Landessprecherin der Freireligiösen Landesgemeinde, Margarethe Seifert (BI gegen Rechts) und Niels Tekampe vom Stadtjugendring.

„Wir wollen nicht auf Aufmärsche rechtsextremer Gruppen in der Stadt oder Region reagieren, sondern präventiv agieren und informieren“, erläuterte Verdi-Geschäftsführer Jürgen Knoll das Ziel der Veranstaltungsreihe. „Der versteckte Rassismus hat zugenommen, das sorgt vielfach für Verunsicherung“, ergänzte DGB-Geschäftsführer Rüdiger Stein. Nach zweijähriger Pause stellte das Netzwerk, dem Parteien, Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften und Jugendverbände angehören, ein breites Programm bis zum 23. März zusammen – nicht nur mit Vorträgen und Gedenkaktionen.

Eine Ausstellung unter dem Motto „Es lebe die Freiheit“ erinnert an den Kampf junger Menschen gegen den Nationalsozialismus. Die Exponate, die die Gedenkstätte Deutscher Widerstand zusammenstellte, sind vom 15. bis 28. Mai im Gewerkschaftshaus (Kaiser-Wilhelm-Straße 7) zu sehen. Dort bietet auch der Rat für Kriminalitätsverhütung am 15. und 16. März das Argumentationstraining gegen Rassismus an. Die Kurzfilm-Events beginnen am Montag, 18. März, um 13.30 Uhr in der katholischen Jugendkirche (Rottstraße 19a) und am Dienstag, 19. März, um 9.30 Uhr im Heinrich-Böll-Gymnasium (Karolina-Burger-Straße).

Rundgang zu Stolpersteinen

Den Abend „Kunst und Musik gegen Rassismus“ im Hack-Museum am 18. März um 18 Uhr gestaltet Direktor Zechlin – musikalisch umrahmt von einem Ensemble der städtischen Musikschule. Ein halbstündiger Rundgang zu den Stolpersteinen in der Innenstadt für die NS-Opfer wird am 19. und 21. März, jeweils um 12 Uhr, angeboten. Treffpunkt ist vor der Stadtbibliothek. Einen ähnlichen Akzent setzt die letzte Veranstaltung bei den Aktionstagen. Eine Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof erinnert am Samstag, 23. März, um 11 Uhr an die Zwangsarbeiter während des Nationalsozialismus in Ludwigshafen.