Ludwigshafen

Justiz 23-Jähriger wegen Verkehrsgefährdung vor Gericht

Alkoholfahrt oder "Schnapsidee"?

Ludwigshafen.Straßenverkehrsgefährdung, Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Unfallflucht - so lauten die Tatvorwürfe, deretwegen sich ein 23-Jähriger seit gestern am Amtsgericht verantworten muss. Im alkoholisierten Zustand soll der junge Mann auf seinem Motorroller durch Rödersheim-Gronau gefahren sein, dabei zwei Autos beschädigt und sich anschließend unerlaubt vom Unfallort entfernt haben. Die Folge: Zwei Monate später wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurde ihm sein Führerschein entzogen und für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis eine Sperrfrist von zehn Monaten verhängt. Weil der 23-Jährige Einspruch eingelegt hatte, ging der Fall vor Gericht.

Der Unfall soll sich gegen ein Uhr morgens ereignet haben, knapp zwei Stunden später habe die Polizei bei dem Angeklagten einen Blutalkoholwert von 1,65 Promille festgestellt, berichtete die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Andreas Kirsch erläuterte indes in einer Erklärung, die er im Namen seines Mandanten abgab, dass Alkohol zum Unfallzeitpunkt "keine Rolle gespielt" habe. Der 23-Jährige habe sich gegen 18 Uhr mit Freunden getroffen und "zwei bis vier Weizenbier" getrunken. Er habe sich "topfit gefühlt", als er auf den Roller stieg, sei dann während der Fahrt auf "die Schnapsidee" gekommen, mit der Hand den Außenspiegel eines Autos abschlagen zu wollen. Dabei sei sein Mandant gestürzt und habe sich an der Hand verletzt. Er sei bewusstlos gewesen und wisse nicht, wie er nach Hause gekommen sei. Wegen der Schmerzen habe der 23-Jährige dann "alles getrunken, was zuhause vorrätig war" - auch Whisky und Wodka. "Das Fahren ohne Versicherungsschutz wird natürlich eingeräumt", fügte Kirsch hinzu - laut Anklage war das Versicherungszeichen des Rollers nur bis März gültig.

Autobesitzer wählt Notruf

Neben einem 21-Jährigen, der den Unfall beobachtet und nach eigener Einlassung Ersthilfe geleistet hatte, trat auch der Besitzer der beiden Autos in den Zeugenstand, die bei dem Unfall beschädigt wurden. Der 59-Jährige hatte den Angeklagten nach eigenen Angaben bewusstlos auf der Straße gefunden und einen Notruf abgesetzt. Als er zurückgekommen sei, sei der junge Mann verschwunden gewesen. Den Schaden bezifferte der 59-Jährige auf rund 300 Euro für den abgerissenen Spiegel und 1200 Euro für einen Kratzer am zweiten Wagen. Der Prozess wird am 30. Oktober, 14 Uhr, fortgesetzt. (mav)