Ludwigshafen

Umwelt „Faires Frühstück“ erstmals auf dem Ludwigsplatz / Noch einige Hürden bis zur Auszeichnung der Stadt

„An Herstellung denken“

Ludwigshafen.Die Chemiestadt möchte den Titel „Fairtrade Town“ erhalten, der vom Verein TransFair Deutschland vergeben wird. Die dafür zuständige Steuerungsgruppe innerhalb der Initiative Lokale Agenda 21 (ILA) setzt sich seit rund zwei Jahren für dieses Ziel ein und hat am Samstag zum ersten Mal ein Frühstück mit fair gehandelten Produkten auf dem Ludwigsplatz arrangiert – in Kooperation mit der Stadtverwaltung und dem Weltladen Friesenheim. Gegen eine kleine Spende konnten Bürger ein Frühstück genießen, bestehend aus Kaffee oder Tee, Bio-Brot und verschiedenen Aufstrichen – und das Ganze komplett ohne Plastik-Geschirr.

Appell für regionale Produkte

Das Wetter spielte nicht ganz so gut mit, sodass die Besucher in einem Zelt Platz nahmen. „Der Stadtrat hat Ende 2017 beschlossen, dass Ludwigshafen Fairtrade Town werden soll, doch es gibt einige Hürden bis dahin“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD), die zum Frühstück vorbeigekommen war. Lokale Betriebe müssen nach ihren Angaben mindestens zwei fair gehandelte Produkte im Sortiment haben. Dies habe nicht nur mit Umweltschutz zu tun, sondern auch mit den Arbeitsbedingungen bei der Ernte oder Herstellung, erläuterte die Rathauschefin.

„Die Verbraucher sollten saisonale und regionale Produkte bevorzugen und so wenig wie möglich Obst kaufen, das einmal um den Globus transportiert wurde“, meinte Steinruck weiter. Ziel sei es, die ganze Stadtgesellschaft für faire Produkte zu sensibilisieren.

„Wie viele Betriebe mit fairen Produkten man für den Titel braucht, hängt von der Einwohnerzahl der Stadt ab. In Ludwigshafen müssen es 27 Geschäfte und 14 Gastronomiebetriebe sein. In den gängigen Supermärkten gab es bereits einige faire Produkte. Beim Gastro-Bereich fehlen noch vier Betriebe“, sagte Rainer Ritthaler vom Bereich Umwelt. An einem Stand des Weltladens Friesenheim wurden verschiedene Produkte aus Lateinamerika, Afrika und Asien verkauft. „Es gibt sogar extra einen Pfälzer Kaffee aus Südamerika, den Café Palatina“, sagt Dorothea Herrmann, ehrenamtliche Mitarbeiterin.

„Auf Reisen in Südostasien oder Zentralamerika ist mir bewusst geworden, dass Kaffee mühevoll von Hand gepflückt wird. Man sollte sich immer im Klaren darüber sein, dass hinter jedem Produkt Menschen stehen“, meinte Angelika Hornig, Geschäftsführerin der ILA. Den Besuchern schmeckte das Frühstück. „Ich lege vor allem auf regionale Produkte wert, wegen der kurzen Transportwege und dem Erhalt der Arbeitsplätze“, sagte Christine. „Wenn es mal etwas aus Übersee sein muss, sollte dies die Ausnahme sein, als Luxus zwischendurch.“ Für Klänge auf der hawaiianischen Spacedrum sorgte Musiker Tayfun Ates vom Verein Kultur Rhein-Neckar.