Ludwigshafen

Gesundheit Marienkrankenhaus will 49 Millionen Euro teuren Erweiterungskomplex ab 2020 errichten / Parkhaus mit 205 Stellplätzen geplant

Anbau soll Klinikabläufe verbessern

Archivartikel

Ludwigshafen.Kurze Wege verbessern die Abläufe. Dieser Aspekt soll gleich mehrfach beim 49 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau des Marienkrankenhauses umgesetzt werden. Die Intensivbetten liegen künftig direkt neben den Operationssälen. Die Kinderklinik samt Notfallambulanz wird vom zwei Kilometer entfernten Annastiftskrankenhaus ins Marienkrankenhaus integriert. Durch einen internen Umzug wird auch die Unterbringung der Patienten der Palliativstation verbessert. Der dreistöckige Erweiterungsbau soll 2020 beginnen und 2022 in Betrieb gehen, sagt Geschäftsführer Marcus Wiechmann. Um die Parkplatznot rings um das Hospital zu lindern, werde bereits 2019 ein Parkhaus mit 205 Stellplätzen gebaut.

Im Nachfolgenden die einzelnen Aspekte:

Operationsbereich: Ausgangspunkt für den Erweiterungsbau waren die Operationssäle, die 1984 eingerichtet wurden. „Hier stand seit längerem eine Sanierung an. Dies war aber am bisherigen Standort nicht möglich. Zumal heutzutage viel mehr Technik benötigt wird und das Gebäude nicht aufgestockt werden kann“, erläutert Verwaltungschef Jürgen Will die Situation. Daher begannen die Verantwortlichen des Krankenhauses bereits vor sieben Jahren mit den Plänen für einen Anbau. Direkt angegliedert werden die beiden Intensivstationen, die bislang im rückwärtigen Klinikgelände auf zwei Ebenen untergebracht sind. „Das ist unter medizinischen und logistischen Gesichtspunkten nicht optimal“, räumt Will ein. Bessere Abläufe erwartet er auch nach der Verlegung der Sterilgutabteilung. Durch den geplanten Erweiterungsbau fällt ein Parkplatz mit etwa 100 Stellplätzen an der Kreuzung Salzburger-/Steiermarkstraße weg. Alle Bäume bleiben dort aber erhalten. „Denn die Neubaukante wird etwa 15 Meter vom Gehweg absetzt“, sagt Architekt Martin Rieger.

Kinderklinik: Handlungsbedarf besteht ebenfalls bei der Kinderklinik, die zuletzt vor 30 Jahren modernisiert wurde. „Eine Sanierung am bisherigen Standort ist aus mehreren Gründen nicht mehr sinnvoll“, sagt der Verwaltungschef. In den Zimmern gebe es bislang kaum Platz für Eltern, die bei ihren Kindern übernachten wollen. Zudem weist Will darauf hin, dass andere Bereiche wie das Perinatalzentrum und die Geburtshilfe bereits im Marienkrankenhaus angesiedelt sind. „Nur dort sind auch MRT-Untersuchungen möglich.“

Palliativstation: Sanierungsbedarf besteht zudem bei dem Palliativbereich im siebten Stock des Haupthauses. Nach der Verlegung in den Anbau erhält die Station einen separaten Zugang. Vorgesehen sind neun Einzelzimmer jeweils mit Balkon.

Finanzierung: Einzelheiten zur Kostenaufteilung stehen noch aus. Wiechmann erwartet aber, dass das Land einen großen Teil der Kosten übernehme. Denn eigentlich sei bei Neubauten eine Vollfinanzierung üblich. Abschließende Gespräche mit dem Land über den Erweiterungsbau stehen im Herbst an. Dennoch signalisierte das Gesundheitsministerium bereits im April einen Zuschuss von vier Millionen Euro für die Erneuerung der fünf Operationssäle.

Parkhaus: Ganz aus Eigenmitteln bezahlt das Krankenhaus das 3,8 Millionen Euro teure Parkhaus an der Kreuzung Salzburger-/Bozener Straße. Das zwölf Meter hohe Gebäude soll im Herbst 2019 fertig sein. „Auch wenn durch den Erweiterungsbau ein Parkplatz wegfällt, bieten wir insgesamt rund 100 Stellplätze mehr an“, sagt der Verwaltungschef. Dafür muss aber die Krankenpflegeschule weichen. Sie zieht mit der Caritas-Altenpflegeschule ab Januar in das Hemshof-Center um.

Annastiftskrankenhaus: Durch die Verlegung der Kinderklinik wird Platz frei in dem Gebäude. Neben dem Kinderheim ist dort die Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht. Weil der Betreuungsbedarf bei psychischen Erkrankungen weiter steigt, soll die Abteilung langfristig ausgebaut werden. Wiechmann: „Wir können uns eine weitere Station mit 20 Betten vorstellen.“