Ludwigshafen

Verwaltung Stadt versteigert 48 herrenlose Fahrzeuge / „Man hofft auf ein Schnäppchen“

Andrang auf gebrauchte Autos

Ludwigshafen.Abgemeldete oder nicht mehr zugelassene Autos, die am Straßenrand zurückgelassen wurden, hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten eingesammelt. Da herrenlose Fahrzeuge öfter vorkommen, gibt es dafür gleich zwei Verwahrhöfe, einen in Mundenheim, einen in Maudach. Die Versteigerungen finden alle drei Monate statt, der letzte Termin musste indes wegen Corona ausfallen. Am Donnerstag war es wieder soweit, und man konnte ein Auto ergattern. Ob es sich als Schnäppchen entpuppt, zeigt sich erst hinterher. Denn Probefahrten gibt es nicht, der Gebrauchszustand ist unbekannt.

Auf dem Gelände in der Achtmorgenstraße in Mundenheim warteten 48 Autos und ein Roller auf die Gebote. Am Tor erfolgte das zur Normalität gewordene Corona-Ritual auf die Besucher: Namen eintragen, Hände desinfizieren. „Was nicht versteigert wird, kommt in die Schrottpresse“, sagte Maria Viviani, städtische Mitarbeiterin. „Etwa 30 Leute waren im Laufe des Morgens hier und haben ihr Gebot abgegeben.“ Nachmittags mussten die Bieter nochmals kommen, dann wurde verkündet, wer der Höchstbietende gewesen war.

Die meisten Autos starteten bei einem Gebot von 100 Euro. Unter den Objekten war zum Beispiel ein Opel Corsa für 150 Euro, Erstzulassung im Jahr 2003. Ob er fährt? Man weiß es nicht. Von der Vorgeschichte, die sich hinter den versteigerten Autos verbergen, bekommen die städtischen Mitarbeiter nichts mit. „Viele Wagen haben nicht einmal einen Fahrzeugbrief. Dieser wird dann nebenan in der Zulassungsstelle erstellt“, so Viviani. Immerhin gebe es Stammkunden, was die Vermutung nahe liegen lässt, dass die Autos doch nicht ganz so schlecht sind.

Einer der Bieter war Reinhard Liebchen. „Man hofft, ein Schnäppchen zu machen. Durch Internet-Portale kann man die Preise gut einschätzen. Man muss aber auch schauen, welchen Aufwand man hineinstecken muss. Bei manchen Autos ist der Schlüssel mehr wert als das ganze Fahrzeug. Man muss die Grenze kennen, an der der Eigennutz erreicht ist“, meinte Liebchen, der eine Ausbildung zum Automechaniker hat und die ersteigerten Autos selbst flottbekommen kann.

„Man kauft die Katze im Sack“, brachte es Vollzugsbeamter Andreas Arends auf den Punkt. „Aber es haben sich schon einige Kollegen ein Auto hier besorgt. Wir bekommen ständig Nachschub, heute Morgen sind bereits drei neue Fahrzeuge eingetroffen.“ Der Termin der nächsten Versteigerung steht schon fest – es ist der 29. Oktober. 

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