Ludwigshafen

Innenstadt Ehrenamtliche starten „AnsprechBar“-Projekt startet Sonntag in der St. Ludwig-Kirche

Anlaufstelle für viele Sorgen

Archivartikel

Ludwigshafen.Ein neues seelsorgerisches Angebot in der Innenstadt hat eine zehnköpfige Gruppe von Ehrenamtlichen entwickelt – als Nachfolgelösung für die katholische Passantenseelsorge Lichtpunkt, die im Januar geschlossen wurde. Das Vorhaben startet am Sonntag, 10. März, in der Kirche St. Ludwig (Wredestraße). Als Ansprechpartner bei persönlichen Problemen, materiellen Sorgen oder Einsamkeit stehen die Ehrenamtlichen jeden Freitag von 16 bis 18 Uhr in der zentralen Innenstadtkirche bereit.

Bei dem Gottesdienst am Sonntag um 11 Uhr stellen sich die Mitarbeiter erstmals vor. Deshalb gestalten sie ihn mit eigenen Texten und laden danach zum Umtrunk und Kennenlernen ein. Am Freitag, 15. März, ist die „AnsprechBar“, so der Name, erstmals geöffnet.

„Wir wissen, dass die Schwelle, eine Kirche zu betreten, für viele hoch sein kann. Aber es ist uns wichtig, dass alle in Ludwigshafen, die jemanden zum Reden und Zuhören brauchen, bei uns willkommen sind“, betont Brigitte Deiters im Namen der Ehrenamtlichen.

Theke am Eingang

In den vergangenen Monaten entwarf die Gruppe einen Flyer und machte sich Gedanken über die Gestaltung des Raumes. Entsprechend des Namens hofft sie auf eine Theke oder eine Bar direkt im Eingang der Kirche. „Aber wichtiger als die Äußerlichkeiten war es uns, dass das Konzept stimmt“, erklärt Deiters.

Mittelfristig plant die Gruppe, ein Angebot in einem Ludwigshafener Krankenhaus zu entwickeln. „Denn dort sind auch viele, die uns brauchen“, so die Überzeugung. Weitere Aktionen könnten etwa ein Picknick an einer Wegkapelle, eine Lesung oder ein Konzert in einer Friedhofshalle sein.

Dekan Alban Meißner ist begeistert von dem „innovativen seelsorgerlichen Projekt“ in der Stadt. Besonders erfreut ist er darüber, dass es von einer Initiative im katholischen Stadtdekanat ausging – während die Passantenseelsorge in der Trägerschaft des Bistums lag.

Aus Kostengründen hatte die Diözese den Lichtpunkt in der Walzmühle-Passage geschlossen. Denn die 2003 eröffnete Einrichtung war nach der Schließung des benachbarten Real-Marktes immer weniger besucht worden. Für die Anlaufstelle am S-Bahnhof hatte das Bistum jährlich rund 22 000 Euro an Miet- und Sachkosten ausgegeben.

Die Suche nach einem anderen Standort in der Innenstadt für den Lichtpunkt blieb erfolglos. Umso erfreulicher ist es, dass dank der Initiative von Ehrenamtlichen eine neue Lösung gefunden wurde.