Ludwigshafen

Hilfsaktion Sportförderkreis unterstützt nach zweijähriger Pause wieder vielversprechende Athleten

Ansporn für junge Talente

Archivartikel

Ludwigshafen.Ute Enzenauer (RC Friesenheim) wurde Rad-Weltmeisterin, Christian Reif (ABC) Weitsprung-Europameister, Lisa Ryzih (ABC) Junioren-Weltmeisterin im Stabhochsprung – drei von zahlreichen Ludwigshafener Sportlern, die sich in den zurückliegenden Jahren internationale Meriten verdienten. Was sie gemeinsam haben: Sie wurden während ihrer sportlichen Ausbildung vom Ludwigshafener Sportförderkreis unterstützt, der 1983/84 vom damaligen OB Werner Ludwig, BG-Chefarzt Werner Arens und Sportverbands-Chef Karl Heinz Ries initiiert wurde. Nach fast zweijähriger Pause („Da haben wir den Sportkreis etwas schleifen lassen“) wurde diese Sportler-Hilfsaktion vom Sportverbands-Vorsitzenden Winfried Ringwald reaktiviert – sieben junge Sportler freuen sich über finanzielle Unterstützung.

Insgesamt 12 600 Euro wurden den sieben Talenten aus fünf verschiedenen Sportarten in diesem Jahr überwiesen – dank der Hilfe von Sparkasse Vorderpfalz und VR-Bank Rhein-Neckar sowie Eigenmitteln des Sportverbandes. „Jeweils 150 Euro pro Monat sind ein Tropfen auf den heißen Stein“, räumen Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und Ringwald ein, „aber dieses Geld ist ja auch keine Bezahlung, sondern Anerkennung und Ansporn für die jungen Talente“.

Teure Ausrüstung

Bisher gab es vom Sportförderkreis solche Hilfe gestaffelt – zwischen 50 und 150 Euro pro Monat. „Mit 50 Euro kommt keiner weit“, begründete Ringwald die Verdreifachung des Mindestbetrags. „Wir würden das Angebot gerne erweitern – aber dafür bräuchten wir weitere Sponsoren“, hofft OB Steinruck auf einen „Nachahmungseffekt“ der aktuellen Aktion.

Die sieben Sportler brauchen auf jeden Fall Unterstützung, denn überdurchschnittliche Leistungen gibt es nicht zum Nulltarif. So müssen Fahrtkosten zu Training und Wettkämpfen gestemmt werden und Gerätekauf schlägt gewaltig zu Buche. Ohne Hilfe zum Beispiel der Sporthilfe könnte die Radsport-Europameisterin Alessa-Catriona Pröpster (RSC) nie und nimmer eine Grundausstattung mit Carbon-Rad und Ersatzteilen für 50 000 Euro anschaffen und selbst der mehrfache Wasserski-Meister Christian Antoni (Wasserskiclub Kurpfalz) müsste bei Kosten für seine verschiedenen „Bretter“ für die drei Disziplinen passen. „Die Eltern zahlen’s“, weiß der 17-Jährige, dass seine sportliche Leidenschaft ohne die Familie nicht realisierbar wäre. Dass es nun Geld vom Förderkreis gibt, sorgt bei den Nachwuchssportlern nicht für Druck: „Das ist ein Ansporn, um im Training noch mal eine Schippe draufzulegen“, sagt Wildwasser-Kanute Marcel Blum (Kanuclub).

Die sieben Sporttalente wecken bei den Organisatoren des Sportförderkreises und ihren Unterstützern Hoffnungen: „Vielleicht helfen die 1800 Euro im Jahr, die wir nun zahlen können, dass einer von den jungen Sportlern einmal als Olympiasieger oder Weltmeister nach Ludwigshafen zurückkehrt“, sagte Jutta Steinruck. Die sieben schon jetzt auch international erfolgreichen Nachwuchssportler hörten es mit Vergnügen.

Unterstützt vom Sportförderkreis werden Christian Antoni (Wasserski), Marcel Blum (Wildwasser-Rennsport), Eva Hohoff, Carina Pollmer, Hannah Rieder (alle Rudern), Alessa-Catriona Pröpster (Radsport) und Hannah Vester (Rhythmische Sportgymnastik).

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