Ludwigshafen

Freizeit Sportabzeichentour im Südweststadion und Hallenbad Süd / Rollstuhl-Parcours findet großen Anklang

Athleten gewinnen Stadtwette

Ludwigshafen.Für Sabrina Dehn bot sich in Ludwigshafen eine völlig neue Herausforderung. Zum ersten Mal nahm die Iggelheimerin an der Sportabzeichen-Tour des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) teil. „Ich habe jeden Dienstag trainiert – und das über Monate“, berichtete die Hobbysportlerin, nachdem sie die Disziplinen Weitsprung und 100-Meter-Lauf absolviert hatte. Das Besondere: Sabrina Dehn hat ein Handicap. Mit ihr kamen 16 Mitglieder der Ludwigshafener Werkstätten ins Südweststadion. Inklusion und Integration – so lautet das Schwerpunktthema 2019, so dass mehr als 200 Menschen mit Behinderung bei strömendem Regen den Weg ins Stadion fanden.

Frank Busemann dabei

Dass der Zahn der Zeit an der einst 40 000 Zuschauer fassenden Sportstätte sichtbar nagt, tat der Begeisterung für die Bewegung keinen Abbruch. „Wir bieten für jede Art der Behinderung eine adäquate Disziplin“, erklärte Dominic Holschbach vom Behindertensportverband Rheinland-Pfalz mit Blick auf die breite Palette an Wettkämpfen. Die 2300 Teilnehmer der Sportabzeichen-Tour, darunter 1700 Schüler, maßen sich im Sprint, in Wurf- und Springdisziplinen, Schwimmen sowie in Spezialwettbewerben für Menschen mit Handicap.

Begleitet wurden die Teilnehmer durch prominente Spitzensportler – Autogrammstunde inklusive. So fungierte Frank Busemann, Silbermedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, als einer von drei Sportbotschaftern.

Ein vielfältiges Angebot wie Kletterwand, Clownhüpfburg und Schussmessanlage lud zum Ausprobieren ein. „Die Meile ist in dieser Form neu, wir verbinden dabei Sport mit Spaß“, sagte Pierre Anthonj, Referent beim Sportbund Pfalz. Eine Vielzahl an Kooperationspartnern von BASF bis „Aktion Mensch“ war mit von der Partie. Besonderen Anklang fand ein Rollstuhl-Parcours, durch den Schüler erfuhren, wie es ist, Steigungen zu bewältigen und Hindernissen auszuweichen.

Neben der Sensibilisierung für ein Leben mit Mobilitätseinschränkung möchten die Organisatoren das Sportabzeichen allgemein bekannter machen. Absolvieren können es Einzelpersonen, Firmen, Schulen und Vereine. Der DOSB bietet jedes Jahr zehn Tourstopps in ganz Deutschland an – 800 000 Menschen legen die Prüfungen ab. Dass nun Ludwigshafen an der Reihe war, freute die Offiziellen besonders.

Zu den Höhepunkten des Tages gehörte neben der „Promi-Staffel“ die Stadtwette: Dabei ging es darum, mittels verschiedener Wurfdisziplinen insgesamt eine größere Weite zu zu erzielen als 1949, das Gründungsjahr des Sportbunds Pfalz. Um das Ziel zu erreichen, waren alle Ludwigshafener aufgerufen, ins Stadion zu kommen. Um 15.30 Uhr war die Marke mit 8438 Metern geknackt – und die Wette gewonnen.