Ludwigshafen

Städtepartnerschaft 20 Jugendliche aus Lorient besuchen für eine Woche Schüler des Max-Planck-Gymnasiums

Auf Anhieb Freunde geworden

Ludwigshafen.Mehr als 1000 Kilometer und 13 Stunden Busfahrt hat es gedauert, bis die 20 Schüler aus den 10., 11. und 12. Klassen des Lycée Saint Louis in Lorient bei ihren Partnern vom Max-Planck-Gymnasium in Ludwigshafen angekommen sind. „Zum Glück sind wir nicht mit dem Zug gefahren, da war alles blockiert. Die Schüler wollten unbedingt mit dem Bus fahren, weil das lustiger ist“, sagt Swantje Taberlet, Deutschlehrerin und Initiatorin des Austausches.

Bereits seit 2013 besuchen sich die Jugendlichen beider Schulen gegenseitig. Jedes Jahr reisen erst französische Schüler nach Ludwigshafen, anschließend fahren die deutschen Jugendlichen im Frühjahr nach Lorient in die Bretagne. Der Austausch ist für Mike Thisling-Pfeifer, Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums, besonders wichtig: „Ich habe selbst als Jugendlicher im Blasorchester die Partnerschaft mit Lorient miterlebt. Die Schüler verbessern ihre Französisch-Kenntnisse.“ Außerdem diene der Austausch auch der Völkerverständigung. „Für uns ist die Freundschaft mit Frankreich heute zwar selbstverständlich, das war aber nicht immer so“, sagt Thisling-Pfeifer.

Vorurteile abbauen

Taberlet hat das Projekt vor vier Jahren initiiert, da sie Vorurteile zwischen den beiden Kulturen abbauen will. „Zum einen kann ich nicht die Sprache lehren, wenn ich den Schülern nicht die Kultur und das Land zeige. Und zum anderen sollen Freundschaften zwischen den Jugendlichen entstehen“, sagt Taberlet. Die Schüler haben deshalb die Möglichkeit, bis zu dreimal an dem Austausch teilzunehmen.

Astrid Le Nezet aus Lorient ist zum zweiten Mal beim Austausch dabei. Die 16-Jährige findet vor allem Gefallen an der deutschen Sprache und an der Mentalität der Deutschen: „Ich dachte zuvor, dass die Deutschen hart und kalt sind, so waren sie immer in Filmen abgebildet. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass die Leute hier sehr freundlich sind und einen schnell aufnehmen.“ Auch ihre Austauschpartnerin habe sie sofort umarmt, nachdem sie aus dem Bus gestiegen sei, „obwohl wir uns das erste Mal gesehen haben“, sagt Le Nezet. Zudem gefallen der 16-Jährigen die Weihnachtsmärkte in Deutschland: „Sie sind viel größer als bei uns in Lorient, dort werden nur Zelte aufgestellt. Hier ist alles schön mit Lichtern geschmückt.“ Besonders toll findet Le Nezet, dass die Familie ihrer Austauschpartnerin so offen ist und viel miteinander teilen.

Gastgeberin Alvina Spolwind verstand sich auf Anhieb sehr gut mit der Französin: „Meine Familie hat sie sofort gut aufgenommen, das hat sie sehr überrascht. Als ich nach Lorient ging, da waren die Franzosen etwas vorsichtiger und zurückhaltender.“

Auch das Wetter in der Bretagne sei gewöhnungsbedürftig. „Bei uns ist es weder kalt noch warm. In Deutschland ist es abwechslungsreicher und es schneit auch“, sagt die 15-Jährige Lena Le Draper, die ebenfalls zum zweiten Mal am Austausch teilnimmt. Der Gegenbesuch der Deutschen soll im April stattfinden.