Ludwigshafen

Religion Forum diskutiert über islamischen Unterricht

Aufklärung durch Austausch

Archivartikel

Ludwigshafen.. Das Forum der Religionen des protestantischen Dekanats Ludwigshafen hat es sich zum Ziel gesetzt, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen zu fördern. An einem Informationsabend wurden der islamische Religionsunterricht (IRU) und der alevitische (ARU) vorgestellt. "Der Unterricht dient den Schülern zur Orientierung in der eigenen Religion. In Deutschland gibt es keine Staatsreligion, jeder soll seine religiöse Überzeugung in Freiheit leben können", sagte Pfarrer Georg Wenz, Islambeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz.

"Die politische Vorarbeit war nötig, nun ist die Umsetzung in den Schulen angekommen. Die Akzeptanz ist groß, obwohl manche Eltern anfangs skeptisch waren", so Christiane Müller, Leiterin der Grundschule Pfingstweide, einer Modellschule für IRU. Der Unterricht wird auf Deutsch, unabhängig von den verschiedenen Richtungen innerhalb des Islams abgehalten. Die Suren werden auf Arabisch gelesen, mit einer deutschen Übersetzung. "Zielsetzung ist, die Identität der Schüler als Muslime in einer pluralistischen Gesellschaft herauszubilden. Es gibt auch interreligiösen Unterricht, bei dem die Kinder Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausfinden, zum Beispiel heißt der Prophet Mose im Islam Musa", sagte Müller.

Kontakt untereinander

Neun IRU-Lehrer an Modell-Grundschulen gibt es Rheinland-Pfalz, diese stehen im ständigen Austausch miteinander. An der IGS Gartenstadt unterrichtet Sana Tabaa islamische Religion. "Ich habe meine Schüler von der fünften bis zur zehnten Klasse begleitet. Sie sind aufgegangen wie Knospen, nun gebe ich den Eltern einen Blumenstrauß zurück."

Der alevitische Religionsunterricht hat - im Gegensatz zu Mannheim - in Ludwigshafen noch nicht Fuß gefasst. Die Qualifikation zum ARU-Lehrer erlangt man an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Die Gemeinden gehen auf Eltern und Schulen zu, um den Unterricht bekannt zu machen. "Wir haben eine gute Einsicht in die Praxis des Unterrichts bekommen", so Dekanin Barbara Kohlstruck. "Durch ihn wird die Dialogfähigkeit mit anderen Religionen und die eigene Identität gefördert."