Ludwigshafen

Kunst Jugendliche der Oggersheimer Mosaikschule zeigen Werke im Hack-Museum

Auseinandersetzung mit Formen und Farben

Ludwigshafen.Eine ungewöhnliche Kunstausstellung ist aktuell im Wilhelm-Hack-Museum zu sehen: Der Besucher kann hier ausdrucksvolle Landschaftsmalereien in Pastellkreide („Kunterbunte Welten“) entdecken, vor Stillleben in Temperafarben verharren, mit Spachteltechnik gestaltete Abstraktionen oder raumgreifende Material-Collagen bestaunen. Urheber dieser „Farben-Schau!“ sind zehn Sechstklässler der Oggersheimer Mosaikschule, deren Werke im Rahmen eines gleichnamigen Kunstprojekts entstanden sind.

Seit August haben die zehn- bis 14-jährigen Schüler der Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung einmal im Monat mit ihrer Klassenlehrerin Petra Berg das Hack-Museum besucht. Gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften unter Leitung von Daniela Rosenberger sahen sie sich die Sammlungspräsentation „Erzählte Welt“ und die Sonderausstellung „Stimme des Lichts“ an, gingen auf die Suche nach den Geschichten hinter den Bildern, setzten sich mit Farben und Formen auseinander – und schritten im Museumsatelier schließlich zur kreativen Tat.

„Ich fand es gut, weil mir die Maltechniken Spaß gemacht haben“, erzählte der 14-jährige Amandas bei der Vernissage. Auch der zwölfjährige Stanlislav erklärte, dass er immer gerne ins Museum gekommen sei. „Das war sehr inspirierend“, gab Letizia (12) ihre Erfahrungen mit dem über ein ganzes Schuljahr laufenden Projekt wieder – das auch für den elfjährigen Benjamin nicht ohne künstlerische Folgen blieb: „Ich finde es klasse, dass das so tolle Konsequenzen hatte“, sagte seine Mutter Andrea Adrian-Dumont: „Jetzt malt er plötzlich“, lachte sie. „Das ist der Erfolg davon.“

Schüler entwickeln sich weiter

„Ich würde sagen, hier habe auch ich gelernt“, meinte Kunstpädagogin Daniela Rosenberger, die sich beeindruckt zeigte, „wie offen die Kinder waren, auch den Kunstwerken gegenüber.“ Der schönste Satz sei für sie gewesen, als ein Schüler meinte: „Ich bin so stolz auf mich, ich hätte nicht gedacht, dass ich das kann“, erinnerte sich die Projektleiterin. „Die Schüler haben sich wahnsinnig weiterentwickelt“, erklärte Klassenlehrerin Petra Berg. „Ich denke auch, viele unserer Kinder haben im normalen Alltag gar nicht die Möglichkeit, ins Museum zu gehen, es so kennenzulernen und für sich zu entdecken. Und dann daraufhin selbst kreativ zu werden, das finde ich eine prima Sache.“

Museumsdirektor René Zechlin zeigte sich von den Ergebnissen ebenso angetan wie Anette Haas vom Inner Wheel Club Ludwigshafen, der das Programm gefördert hat – und es weitere drei Jahre finanzieren werde, wie Haas ankündigte. Die „Farben-Schau!“ kann bis noch zum 29. April im Hack-Museum besichtigt werden. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. mav