Ludwigshafen

Rheingönheim Kerwe im Luitpoldhain eröffnet

Ausgelassene Stimmung unter grauem Himmel

Archivartikel

Ludwigshafen.Der Himmel droht mit Regen, als der Rheingönheimer Ortsvorsteher und „Kerweborsch“ Wilhelm Wißmann (CDU) in Frack und Zylinder am Samstag seine Kerwegäste im Luitpoldhain begrüßt. Neben ihm steht Bernhard Mattern, der sich in einer traditionellen Bergmannskluft zeigt und eine Flasche Wein ausgräbt, die unter dem Kerwe-Baum versteckt wurde: der übliche Startschuss der Festlichkeiten, die noch bis zum Dienstag, 22. Oktober, andauern.

„Wir wussten ja nicht, wie tief die Flasche vergraben wurde“, scherzt Wißmann. Als Mattern die Flasche mit halbtrockenem Riesling hervorholt und die Kerwe zum Leben erweckt, kommt große Freude bei den Gästen auf.

Rede mit scharfer Zunge

Anschließend begibt sich die Feiergemeinde zum Rednerpult, das unter dem Zelt des Boxauto-Stands aufgebaut ist. Nach einer kurzen Ansprache des stellvertretenden Ortsvorstehers Joachim Zell (CDU) singen der Männergesangsverein und die Chorgemeinschaft Germania erheiternde Trink- und Weinlieder. Wißmann dirigiert die Gruppen und singt selbst kräftig mit.

Im Anschluss hält der Ortsvorsteher seine traditionelle Kerwe-Redd, bei der er mit scharfer Zunge und Witz die Geschehnisse des Jahres rund um den südlichsten Stadtteil Ludwigshafens Revue passieren lässt. Beispielsweise bezieht er sich auf die Stadtratswahlen im Mai oder die Arbeiten an der maroden Hochstraße Süd. Weiterhin beschwert sich Wißmann über Baustellen, die sowohl den Verkehrsfluss als auch den Einzelhandel behindern würden. Seine Rede hat der Ortsvorsteher in Reimform geschrieben und garantiert so trotz politischer Streitthemen heitere Atmosphäre bei stark bewölktem Himmel.

Der Ortsvorsteher der Gartenstadt, Andreas Rennig (SPD), beschreibt Wißmanns Rede als tiefsinnig und zugleich unterhaltsam. Rennig lobt die Stimmung im Luitpoldhain: „Man merkt, dass in dieser Kerwe viel Arbeit steckt. Hier gibt es ein gewisses Gemeinschaftsgefühl, das ist einfach sehr gut.“

Franziska wohnt noch nicht lange in Rheingönheim, aber ihr gefällt es auf der Kerwe sehr gut. „Auch für Kinder ist das hier super“, sagt sie. „Es ist schön, dass es hier noch so etwas gibt.“ Über das Wetter macht sie sich keine Gedanken. Es gebe ja nur schlechte Kleidung.

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