Ludwigshafen

BASF 930 „Nachwuchs-Aniliner“ starten berufliche Karriere / Digitalisierung immer wichtiger

Auszubildende lernen in der virtuellen Realität

Archivartikel

Ludwigshafen.Der Startschuss in eine neue Arbeitswelt ist gestern am Ludwigshafener Standort der BASF für zahlreiche junge Menschen gefallen: 930 „Nachwuchs-Aniliner“ begannen dort eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein „Startprogramm“ – so viele wie noch nie zuvor. Ob Anlagenmechaniker, Chemikant oder Koch, geboten werden mehr als 30 Ausbildungsberufe und duale Studiengänge in fünf Berufsfeldern. „Der erste ist immer ein besonderer Arbeitstag, nicht nur für die Azubis. Man denkt an den eigenen Ausbildungsstart zurück, an dem man vor der Frage stand, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat“, sagte Ausbildungsleiter Richard Hartmann. „Die Neuen sind oft erst einmal überfordert von der Größe der BASF. Doch wenn sie nach einer Eingewöhnungszeit ihren Bereich kennen gelernt haben, kommt es ihnen nicht mehr ganz so groß vor.“

90 Prozent werden übernommen

Die Ausbildung sei abwechslungsreich gestaltet. Vorgesehen seien etwa Auslandsaufenthalte und soziale Projekte. „Damit möchten wir Sozialkompetenzen fördern“, so Hartmann. Am „Startprogramm“ nehmen in diesem Jahr 240 Jugendliche teil, die noch nicht alle fachlichen Leistungen für den direkten Einstieg in eine Ausbildung erfüllen – auch Geflüchtete sind darunter. „Die Übernahmechancen nach der Ausbildung stehen bei mehr als 90 Prozent, unbefristeter Vertrag inklusive. Wir fördern nur Ausbildungsgänge, die Zukunft haben. Der Wegfall von Berufen aufgrund der Digitalisierung dürfte die BASF weniger betreffen“, fügte der Ausbildungsleiter hinzu.

Digitalisierung ist bei der Ausbildung ein großes Thema. Die Azubis lernen den Umgang mit 3D-Druckern, mit dem man Ersatzteile rekonstruieren kann. Um Vorgänge an sensiblen Maschinen zu lernen, gibt es Programme in der virtuellen Realität. „Wir haben für die Chemikanten-Ausbildung eine virtuelle Kreiselpumpe zum Üben. Der Azubi setzt sich die 3D-Brille auf und führt den Vorgang quasi wie in der Realität durch, ganz ohne Risiko“, erklärte Ausbilder Alexander Kahle.

„Ich habe bereits eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker gemacht, danach das Abi nachgeholt. Nun setze ich noch den Chemikanten obendrauf“, sagte der 31-jährige Neu-Azubi Kosta Burojevic. „Chemie habe ich zwar in der Schule abgewählt, doch die technische Seite des Berufs finde ich umso interessanter.“ Die angehende Chemikantin Neele Geenen ist im zweiten Lehrjahr. „Die Ausbildung ist ganz anders, als ich gedacht hätte. Der Lehrstoff wird praktisch vermittelt, man hat Einblicke in jeden Bereich. Die Perspektiven sind vielfältiger als erwartet“, meinte sie.

Ab sofort sucht die BASF bereits die Azubis für 2019. Zur Information bietet sich die Messe Sprungbrett an, die am Freitag und Samstag, 7./8. September, jeweils von 9 bis 16 Uhr in der Eberthalle geöffnet ist.