Ludwigshafen

Bildung Viertklässler der Gräfenauschule bauen Wunschmodell der Ludwigshafener Innenstadt / Übergabe an das Stadtmuseum

Autofrei und mit viel Grün

Archivartikel

Ludwigshafen.Es ist eine kühne Vision für das Ludwigshafen der Zukunft: Die Modell-Innenstadt ist grün und es gibt keine Straßen, nachdem sich die Mehrheit der Planer für einen autofreien Bereich entschieden hat. Dafür finden sich eine Gemeinschaftsschule und ein Religionszentrum für alle, ein Schwimmbad am Rhein, ein zentraler Bahnhof, ein Krankenhaus, eine Polizei- und eine Feuerwehrstation.

Auch ein Sport- und Spielplatz sowie ein Vergnügungspark fehlen nicht. Auf dem Berliner Platz steht ein Zentrum für Theater, Kunst, Kultur – und schließlich erhebt sich ein Anker-Brunnen als sichtbares Wahrzeichen: Mit Schere, Lineal, Kleber und vielen Ideen haben Schüler aus vier vierten Klassen der Grundschule Gräfenauschule beim Programm „FörderPlus“ dieses Modell ihrer Wunsch-Innenstadt geschaffen. Zum dritten Mal kooperiert das Projekt des Vereins Frauencafé Ludwigshafen unter Leitung von Magdalena Striebinger und Anna Lytrivi-Flory mit dem Stadtmuseum.

„Hausaufgaben“ für Stadtrat

An sechs Nachmittagen haben die Schüler zwischen März und Mai zusammen mit der Mannheimer Papierkünstlerin Carolin Wanitzek das Modell erarbeitet. „Ihr habt Euch eine Menge Arbeit und Gedanken gemacht“, wandte sich Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) bei der Übergabe des Werks an das Stadtmuseum an die Mädchen und Buben. „Und ich glaube, das sind auch Hausaufgaben“, die die Kinder ihr und dem neu gewählten Stadtrat gegeben hätten, merkte Steinruck an. Das Modell werde in die Dauerausstellung des Stadtmuseums integriert, erläuterte dessen Leiterin Regina Heilmann. „Und damit sind wir ab heute nicht nur ein Museum für Stadt-Geschichte, sondern auch für Stadt-Zukunft.“

„Das hat Spaß gemacht und man durfte auch kreativ bleiben“, berichtete die neunjährige Damla. „Man konnte auswählen, wie man es möchte“, sagte sie. Ganz bunt und schön, vielleicht mit einem Spielplatz, stellt sich der zehnjährige Angelo die Innenstadt der Zukunft vor. „Hauptsache, es gibt keinen Streit, und dass einfach jeder eine Wohnung hat, wo man wohnen kann und nicht arm sein muss“, unterstrich er.

In diesem Schuljahr ist das Programm „FörderPlus“ aus Mitteln des Lions Club finanziert worden. Neben vertiefenden Kenntnissen der deutschen Sprache und Grammatik soll im Zusatzunterricht vor allem ein vorurteilsfreies Denken über gesellschaftliche Zustände und Missstände geschult werden. Er freue sich darauf und hoffe, dass es möglichst mit dem Programm weitergehe, erklärte der Schulleiter der Gräfenauschule, Wolfgang Neßling.