Ludwigshafen

WBL Stadt beschafft Sammelfahrzeug für rund 800 000 Euro

Bald Müllauto mit Wasserstoffantrieb

Archivartikel

Ludwigshafen.Der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) wird ab dem Jahr 2021 ein Abfallsammelfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb auf Wasserstoffbasis testen. Eine entsprechende Vorlage hat der Stadtrat in seiner vergangenen Sitzung bei drei Gegenstimmen beschlossen. Demnach sind für das Fahrzeug im Wirtschaftsplan für dieses Jahr 800 000 Euro vorgesehen, die Bestellung könnte noch 2020 erfolgen, die Auslieferung 2021.

Hintergrund des Tests ist eine Verordnung der Europäischen Union (EU), nach der bis 2025 sechs bis zehn Prozent und bis 2030 sieben bis 15 Prozent der neuen Lkw in kommunalen Fuhrparks emissionsarm oder emissionsfrei fahren müssen. Laut Verwaltung könnte das Projekt mit entweder 50 oder 85 Prozent gefördert werden. Die Mehrkosten für den WBL würden im schlechtesten Fall rund 270 000 Euro betragen.

Die Fraktionen begrüßten den Vorschlag überwiegend. Günther Henkel (SPD) sprach von einem „interessanten Antrag“, Thorsten Ralle (CDU) sagte, ein Ausbau der Technologie sei „gut und wünschenswert“. Hans-Uwe Daumann (Grüne im Rat) befürwortete es, dass die Erprobung bei schweren Fahrzeugen beginnen könne, Jens Brückner (Grüne und Piraten) freute sich bereits jetzt auf die Ergebnisse. Pascal Bähr (AfD) betonte, man dürfe sich dem technischen Fortschritt nicht verschließen, und Petra Malik (Linke) sprach von einem „wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Gegen den Antrag stimmte lediglich die FDP. Thomas Schell begründete, ein Projekt mit diesen Kosten müsse angesichts der Haushaltslage der Stadt zurückgestellt werden. „Wir sollten lieber aus der Erfahrung anderer Gemeinden schöpfen.“ 

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