Ludwigshafen

Lutherturm Sängerin Viviane de Farias eröffnet Kultursommer

Begegnung mit dem Lebensgefühl Brasiliens

Ludwigshafen.Viviane de Farias’ Stimme trägt einen Hauch wohliger Wärme über den Lutherplatz, als die Sängerin nach einem instrumentalen Auftakt mit dem Stück „Let‘s Vamos“ zu ihrer Band stößt, und die Musiker ihr Programm beginnen. Mit dem Auftritt des Sextetts startet der Ludwigshafener Kultursommer und zugleich das Festival „Jazz am Turm“. Zwar ist der Himmel grau, es ist windig und frisch. Aber die Plätze im Biergarten des Restaurants „La Torre da Angelo“ vor dem Lutherturm sind gleichwohl gut gefüllt und die Stimmung ist gelöst.

Auch Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg lässt sich von den äußeren Umständen die Laune nicht verderben und erklärt den Kultursommer als „kulturellen Höhepunkt“ im Jahreskalender der Stadt für eröffnet. Bis zum 31. August hält dieser rund 100 Veranstaltungen bereit – mit einem Programm, das von Jazz, Punk und Pop über Performances, Kindertheater und Literatur bis hin zu Bildender Kunst und Film reicht.

Ungewöhnliche Spielorte

Dabei gäben sich die Kulturschaffenden selten mit herkömmlichen Spielstätten zufrieden, „sondern wir haben ausgefallene Orte, wo Kultur geboten werden kann“, erklärt die Bürgermeisterin – etwa im Müllheizkraftwerk oder im Bunker. Auch sei die Parkinsel wieder dabei. Die Beigeordnete dankt den Akteuren, „die den Kultursommer eindrucksvoll mit Begegnung bereichern“.

Eine Begegnung mit der Musik und Kultur Brasiliens bieten an diesem Abend die in Ipanema geborene, in Rio de Janeiro und Los Angeles aufgewachsene Wahl-Karlsruherin Viviane de Farias und ihre Band: Gitarrist Paulo Morello, Kim Barth an Saxofon und Flöte, Tizian Jost am Keyboard, Dudu Penz am Bass und Pius Baschnagel am Schlagzeug. Gut zwei Stunden mischen die Sängerin und ihre Mitmusiker Jazz mit Samba und Bossa Nova, bestechen mit Gefühl, groovender Verve und technischer Brillanz.

Das kommt auch beim Publikum an: „Bei Jazz am Turm kommen wir her, weil uns das gut gefällt“, sagt etwa die 70-jährige Waltraud Breunig. „Es ist toll, dass Ludwigshafen solche Programme bietet“, meint ihr 67-jähriger Mann Ottmar mit Blick auf den Kultursommer. „Wir haben immer Stühle dabei“, lacht die Gartenstädterin, „damit wir einen Platz kriegen, wenn es überfüllt ist.“ mav