Ludwigshafen

Marienkrankenhaus Zwölf Teilnehmer beenden vorbereitendes Programm für Geflüchtete und Migranten

Bereit für die Pflegeausbildung

Ludwigshafen.Die zwölf Teilnehmer des Programms zur Förderung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf in Ausbildung und Beruf haben am St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus den Abschluss ihres Praktikums gefeiert. Das Programm, bei dem die Teilnehmer für eine Ausbildung in der Pflege vorbereitet werden, ist gedacht für Geflüchtete und Migranten. Es beinhaltet außer der Vermittlung von fachlichen Inhalten auch Sprachunterricht. „Im Juni 2018 startete das Praktikum mit 20 Teilnehmern, einige haben abgebrochen. Nun habt ihr zwölf es geschafft, und heute könnt ihr sehr stolz auf euch sein. Ihr habt etwas Neues gewagt, das ist immer eine Chance, etwas anders zu machen und neue Leute kennen zu lernen“, sagte Michele Berger, Projektverantwortliche.

„Das Praktikum ist ein gutes Beispiel dafür, dass Integration funktionieren kann, und vor allem, wie wichtig sie ist“, so Sandro Müller vom Arbeitskreis für Aus- und Weiterbildung (AAW), einem der Träger des Projektes. Weitere Kooperationspartner sind das Jobcenter, die Agentur für Arbeit, das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) und verschiedene Pflegeeinrichtungen in Ludwigshafen. Rita Schwahn, Leiterin des Pflegemanagements im Marienkrankenhaus, lobte ebenfalls das Engagement der Teilnehmer: „Heute sitzen Sie hier, ganz aufrecht und selbstbewusst. Es wäre schön, wenn Sie bei uns bleiben würden, um Ihre Ausbildung zu absolvieren. Doch nur, wem der Beruf Pflege zu hundert Prozent zusagt, sollte auch eine Ausbildung starten. Dann würde ich Sie bald als Azubis begrüßen, und in drei Jahren als examinierte Krankenpfleger.“

Das Förderungsprogramm wurde 2016 auf eine Idee von Schwahn hin ins Leben gerufen, inzwischen hat es bereits die dritte Gruppe durchlaufen. „Nachdem ich diese Idee hatte, habe ich die Kooperationspartner angesprochen, um mit ihnen ein Konzept zu erarbeiten. Dann kam Frau Berger hinzu, so arbeiteten wir bisher im Team“, blickte Schwahn zurück. Vormittags befinden sich die Praktikanten auf Station und können den Alltag der Pflegekräfte direkt miterleben. Nachmittags ist dann der theoretische Teil dran. Das bedeutet, zurück auf die Schulbank für den theoretischen Teil und den Sprachunterricht, der bis zur Stufe B2 geht.

Absolventen aus sieben Ländern

Das ist nicht wenig Stoff. „Wir hatten zum Beispiel einen Anatomiekurs am Nachmittag,“ sagte Seyamak Fotohi, der vor zwei Jahren aus dem Iran flüchtete und inzwischen gut Deutsch spricht. Er möchte weiterhin im Pflegereich arbeiten. Aus sieben Ländern stammen die Teilnehmer. Wenn sie sich austauschen möchten, greifen sie auf Deutsch zurück und lernen so die Sprache umso schneller. Als Ansprechpartnerin stand ihnen während ihres Praktikums Michele Berger stets zur Seite, umso mehr bedauerten sie es, dass diese nun aus privaten Gründen das Marienkrankenhaus verlässt. Freudig nahmen die Teilnehmer ihre Urkunden entgegen, zwei haben sich bereits als zukünftige Azubis vormerken lassen.