Ludwigshafen

Straßenbahn RNV prüft drei Streckenerweiterungen nach Neuhofen, Mutterstadt und Frankenthal / Umfrage zur Mobilität

Bericht soll im Mai vorliegen

Ludwigshafen.Die Diskussion um Straßenbahnverlängerungen ins Ludwigshafener Umland dürfte bald eine verlässlichere Grundlage haben. Der Zwischenbericht einer Machbarkeitsstudie liegt nach Angaben des Bau- und Umweltdezernenten Klaus Dillinger (CDU) voraussichtlich im Mai vor. Dabei geht es um den Ausbau von drei Strecken: von Rheingönheim nach Neuhofen, von Oppau über die Pfingstweide nach Frankenthal sowie von der Gartenstadt nach Mutterstadt.

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) sei derzeit mit einer Kosten-Nutzen-Analyse befasst, sagte Dillinger im Stadtentwicklungsausschuss. Zudem laufen viele Abstimmungsgespräche. Im vergangenen Frühjahr hatte der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner (CDU), die Ausbau-Vorschläge in die Diskussion gebracht. Hintergrund für den Vorstoß: Der Bund plant, die Gelder für den Nahverkehr ab 2021 deutlich zu erhöhen. Deshalb sehen viele jetzt bessere Realisierungschancen als früher.

Gleichwohl dämpfte Dillinger die Erwartungen auf schnelle Verbesserungen. „Die Verlängerungen der Straßenbahnstrecken werden nicht in den nächsten fünf bis sechs Jahren umgesetzt.“ Der Dezernent verwies darauf, dass der Ausbau des Straßenbahnnetzes im Mannheimer Norden einen Vorlauf von mehr als zehn Jahren gehabt habe.

Bereits vor rund 25 Jahren gab es Überlegungen, Straßenbahnlinien über die Stadtgrenzen Ludwigshafens hinaus zu erweitern. Dazu zählte eine Verlängerung der Trassen nach Neuhofen und Frankenthal. Letztlich wurden die Pläne aber deswegen nicht weiter verfolgt, weil sich die Haushaltslage der Stadt stark verschlechterte. Alle früher favorisierten Trassen sind nach Angaben der Verwaltung aber weiterhin möglich. Mit dem Ausbau der Strecke in Rheingönheim könnte auch das Neubaugebiet im Sommerfeld angeschlossen werden.

Viele sind zum Umstieg bereit

Nach einer Umfrage der Hochschule Ludwigshafen zur „Klimafreundlichen Mitarbeitermobilität“ nutzen derzeit 60 Prozent der 12 705 befragten Beschäftigten das Auto. Zwölf Prozent setzen auf Fahrgemeinschaften. 14 Prozent kommen mit Bus oder Bahn, zwölf Prozent nehmen das Rad. Zu einem Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr sind 48 Prozent bereit, wenn sie bis zum Ziel durchfahren können. Nur 15 Prozent würden jedoch zwei oder mehr Wechsel der Verkehrsmittel in Kauf nehmen. Ein Drittel der Autofahrer hat sich bereits gedanklich damit befasst, bei einer Verschlechterung der Verkehrssituation die Straßenbahnen, Busse oder das Rad zu nehmen. „Wenn der tägliche Stau mehr als 30 Minuten dauert, nimmt die Bereitschaft stark zu“, fasste Philipp Tachkov, Leiter der Studie, das Ergebnis zusammen.

Einig waren sich alle Fraktionen im Ausschuss darüber, dass die Stadt bei der Förderung aller anderen Verkehrsträger außer dem Auto nachlegen müsse. Dies betreffe auch den Radwegeausbau zwischen den Stadtteilen, etwa in der Langgarten- oder Wollstraße, so David Guthier (SPD) und Peter Uebel (CDU). „Entscheidend dafür ist aber, dass die beiden großen Fraktionen dazu den politischen Willen haben“, mahnte Heike Hess (Grüne) an. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) wies den Vorwurf zurück: „Für den laufenden Doppelhaushalt sind die Gelder aufgestockt worden.“