Ludwigshafen

Fasnacht Fahrgäste schunkeln und singen in der „Närrischen Straßenbahn“ / Steinruck dankt für „Herzblut“ der Vereine

Beste Stimmung auf 40 Metern

Archivartikel

Ludwigshafen.Sechs Stunden lang herrschte Partystimmung in der mit Luftballons und Luftschlangen geschmückten „Närrischen Straßenbahn“. Der 40 Meter lange Narrenexpress pendelte am Samstag zum 36. Mal zwischen Oppau und Rheingönheim hin und her. Seit 1983 organisieren die Klotzgrumbeer (Rheingönheim), die Obbarer Dambnudle (Oppau) und die Wasserhinkle (Altrip) die Närrische Straßenbahn und fuhren damit nach eigenen Angaben 98 700 Euro ein, die ausschließlich sozialen Zwecken zugutekamen.

Bei der ersten Fahrt, die pünktlich um 11.11 Uhr in Oppau startete, war kein Durchkommen mehr. Mit von der Partie waren nicht nur viele verkleidete Bürger als Junikäfer, Clowns und Cowboys, sondern auch vier echte Prinzessinnen und viel Politprominenz. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck – als roter Teufel verkleidet und mit einem Lippenstiftherz mit Lu auf der rechten Wange – war begeistert: „Die Närrische Straßenbahn gehört zu Ludwigshafen wie der Anker. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen drei Vereinen, die sich mit viel Herzblut hier engagieren.“ Für flotte Musik, Schunkelrunden und Riesengaudi sorgte Radio-Regenbogen-Moderator Jens Schneider, der auch Aktiver bei den „Wasserhinkle“ ist. Doch an der Haltestelle „Wittelsbachplatz“ übernahm Steinruck das Mikrofon: Sie sang zusammen mit ihren Bürgern fröhlich „Viva Colonia“ und brachte die Bahn zum Schwanken. Weiter ging es mit „Atemlos“ , „Die pure Lust am Leben“ und „Heute fährt die 18 bis nach Istanbul“.

Prominenz fährt mit

Auch die vier Prinzessinnen in ihren prächtigen Roben genossen die ausgelassene Stimmung. „Ich bin heute das erste Mal in der Straßenbahn. Es macht mir richtig viel Spaß“, meinte Prinzessin Loredana I. vom 1. Karnevalverein Limburgerhof. Janina I. von Tusnesia Neuhofen, Elisa I. von der Karneval- und Tanzsportgesellschaft Schlotte Schifferstadt und Lisa II. von der Karnevalgesellschaft „Die Wasserhinkle“ fühlten sich bei der ungezwungenen Fröhlichkeit ebenfalls sichtlich wohl.

Mit von der Partie war auch eine Delgation der VR-Bank Rhein-Neckar, einer der Hauptsponsoren. „Als begeisterter Fasnachter lasse ich es mir nicht nehmen, auch selbst mitzufahren, Spaß zu haben und dabei noch etwas Gutes zu tun. Besser kann es nicht mehr gehen“, meinte Pressesprecher Thomas Gleßner. Zur Unterstützung seiner „Wasserhinkle“ fuhr Altrips Bürgermeister Jürgen Jacob mit Enkel Julius mit. „Natürlich macht es Spaß. Ich schätze das Engagement der ,Wasserhinkle’, die nicht nur während der fünften Jahreszeit, sondern über das ganze Jahr richtige Partner für das Gemeindeleben sind“, erzählte Jacob. Zahlreiche Vereine entsendeten Botschafter der Fröhlichkeit. „Wir sind auch dabei und freuen uns bei dem riesigen Spaß“, meinte Ulrich Sommer, Geschäftsführer vom „Großen Rat“ der Ludwigshafener Karneval-Vereine.

Im Express gab es Getränke, Brezeln und Dampfnudeln – an den Endhaltestellen konnte sich die Narrenschar zudem mit Bratwürsten und Fleischkäse stärken. „Über 50 Ehrenamtliche der drei organisierenden Vereine sind heute im Einsatz“, erzählte Dirk Uwe Scheffler, Vorsitzender der „Obbarer Dambnudle. „Ich bin heute schon seit 7 Uhr unterwegs und habe den Ausschankwagen geholt. Andere haben die Straßenbahn geschmückt. Und jetzt werden Bier gezapft und Würstchen gegrillt.“ Sicher durch die Stadt führte Bahnfahrer Thomas Stefecius, Elferrat und Ordensminister der „Wasserhinkle“. Den Erlös der 35. Närrischen Fahrt übergeben die Vertreter der drei Vereine am Aschermittwoch an Sozialdezernentin Beate Steeg.