Ludwigshafen

Kultur Ausstellung in der Rudolf-Scharf-Galerie / Besucher können Mikroskope nutzen

Bienen in vielen Variationen

Ludwigshafen.Bienenwaben an einem Metallgestell angebracht – was ist das Besondere? Bei genauerem Hinsehen ist erkennbar, dass einzelne Waben unterschiedliche Farben haben. Künstler Brigham Baker erklärt: Die Bienen haben Nahrung gesammelt und Lebensmittelfarbe in den Stock gebracht. Der Schweizer ist auch Imker und hat dadurch eine besondere Nähe zu Insekten. Seine Werke sind in einer Ausstellung in der Rudolf-Scharpf-Galerie zu sehen, die Teil des Projekts „Ludwigshafen summt und brummt“ ist und am heutigen Samstag beim Hemshofkulturfest eröffnet wird.

Andere dort gezeigte Kunstwerke sind Aufnahmen eines starken Mikroskops von Hinterbeinen der Tiere samt Pollen, „moderne Bienenhäuser“ und ein großes Beet in einem Raum der Galerie. In diesem hat Tue Greenfort verschiedene Samen von Monokulturen angepflanzt und zeigt damit sozusagen Vielfalt. Sein Kommentar dazu: „Wir sollten und überlegen, welches Verhältnis wir zur Natur haben.“ Seine Heimat Dänemark ist stark durch den Ackerbau geprägt.

Aus Mannheim kommt Valentina Faffé, die sich in ihren Kunstwerken mit dem Thema Tanz beschäftigt – sowohl dem menschlichen als auch dem der Bienen. Weiter ist ein 47 Minuten langer Film zu sehen, den ein Spanier über kleinbäuerliche Imker in Marokko machte.

Die Idee zum Projekt „Ludwigshafen summt und brummt“ hatte die Kunstvermittlerin Constanze Eckert. Damit soll auf die in den vergangenen Jahren deutlich verringerte Anzahl von Fluginsekten aufmerksam machen. Eckert hat auch das künstlerische Forschungslabor im Eingangsbereich der zum Hack-Museum gehörenden Galerie eingerichtet. Dort gibt es Informationen über Bienen, Mikroskope und Geräte der Imker. Sie betont: „Wir haben von Anfang an über Teilhabe nachgedacht, wir wollen nicht nur rein am Kunstkontext interessierte Besucher haben.“

René Zechlin, Direktor des Hack-Museums, erklärt, dass die BASF das Projekt unterstütze. Gefördert werden 16 Projekte, die sich mit der provokanten Frage „Warum wird eigentlich alles besser?“ auseinandersetzen. Laut Eckert wurde mit der BASF zusammengearbeitet und etwa über Pflanzenschutzmittel debattiert. Heute können sich die Besucher nach der Eröffnung um 11 Uhr in der Hemshofstraße 54 mit den Künstlern unterhalten. Bis 18 Uhr ist das „Summarium“ geöffnet und um 16 Uhr findet mit dem Botaniker Johannes Mazozeit ein Stadtspaziergang zu Blühwiesen statt. Bis Juli wird ein Begleitprogramm angeboten, unter anderem mit Klangworkshop, Vorträgen, Ausflügen, Gesang und einem Expertengespräch zur Artenvielfalt.