Ludwigshafen

Soziales Beirat für Migration und Integration blickt auf vergangene Arbeit zurück / Neuwahl im Oktober

Brücke zwischen Migranten und Stadt

Ludwigshafen.„Sind wir denn mit unserer Arbeit noch zeitgemäß? Müssen wir uns etwas umstrukturieren in der Arbeit, die wir tun?“ Dies seien Fragen, die für die kommende Legislaturperiode gestellt werden müssten, erklärte der Vorsitzende des Beirats für Migration, Cem Cantekin, bei der vorletzten Sitzung des Gremiums in der Wahlperiode. „Jeder von uns ist draußen, über seine Parteien, über seine Gruppe, und spricht mit den Bürgern. Aber wir müssen gucken, dass wir als Beirat eben auch geschlossen dieses erreichen können“, so der Vorsitzende.

Cantekin hatte zuvor seinen Bericht über die Tätigkeiten des Gremiums in den vergangenen zwei Jahren seit dessen Konstituierung präsentiert. „Der Beirat hat sich wenig beteiligt“, kritisierte Ibrahim Yetkin (Grüne) hiernach. „Der Beirat müsste sich als Brückenbauer noch aktiver einsetzen“, forderte er etwa mit Blick auf ein fehlendes Kommunalwahlrecht für Migranten. „Ich finde es schade, weil dieser Beirat wichtig ist, wir haben sonst kein Sprachrohr für die Migranten, die nicht wählen dürfen. Und dafür ist der Beirat hier. Und der Beirat kann etwas bewegen.“, so Yetkin, der mit seiner Kritik fraktionsübergreifenden Widerspruch hervorrief. „Der Beirat ist für uns ein ganz wichtiges Gremium“, betonte die Integrationsbeauftragte der Stadt, Hannele Jalonen, aus Verwaltungsperspektive. „Sie sprechen mit der Stimme der Migranten. Sie sind die Brücke zu ihnen und die Brücke zur Verwaltung“, richtete sie das Wort an die Beiratsmitglieder.

Projekt gegen Radikalisierung

Am 27. Oktober wird das Gremium neu gewählt – „es ist ganz wichtig, dass der nächste Beirat auch wieder gewählt wird, dass viele kandidieren“, so Jalonen. Zu sagen, warum es sich lohne, sich im Beirat zu engagieren, seien „wichtige Signale“, die die Mitglieder senden könnten.

Verena von Hornhardt, Geschäftsführerin des Rats für Kriminalitätsverhütung, und Patricia Okello, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Der Zeitgeist ShareIty“, stellten das bundesweite Projekt „Demokratie leben!“ vor, dem sich Ludwigshafen als 300. Kommune angeschlossen habe. Hier ist das Programm beim „KrimiRat“ angeknüpft und wird durch „Der Zeitgeist ShareIty“ koordiniert. „Wir wünschen uns von dem Programm, dass wir noch mehr demokratiefördernde Aktionen voranbringen“, so von Hornhard. „Wir wollen uns gegen Radikalisierung, gegen Diskriminierung und für einen stärkeren Zusammenschluss der Religionen, Ethnien und Interessenlagen einsetzen.“ Hierfür habe das Programm Mittel zur Verfügung gestellt – 100 000 Euro für 2019. mav