Ludwigshafen

Ehrenbürger Veranstaltung zum 90. Geburtstag am Platz der Deutschen Einheit entfällt / Straßenbenennung zurückgestellt

CDU sagt Gedenkfeier für Helmut Kohl ab

Ludwigshafen.Wegen der Corona-Pandemie hat die CDU eine Gedenkveranstaltung in Ludwigshafen zum 90. Geburtstag des Altkanzlers Helmut Kohl abgesagt. Geplant war am 3. April eine Feier am Platz der Deutschen Einheit, den Kohl im März 2011 selbst einweihte. Wie Fraktionsvorsitzender Peter Uebel am Donnerstag erklärte, sei die Absage in enger Absprache mit der Witwe Maike Kohl-Richter erfolgt. Auch auf eine Kranzniederlegung am Grab in Speyer werde verzichtet.

„Solidarität ist jetzt wichtig“

Die CDU wollte mit der Feier die Verdienste des 2017 gestorbenen Altkanzlers für die Einheit Deutschlands und die Einheit Europas würdigen. Uebel: „Gerade in diesen Tagen wird uns bewusst, wie wichtig hierbei die Solidarität innerhalb unserer Wertegemeinschaften ist.“

An der Gedenkfeier in Ludwigshafen sollten neben der Witwe die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Baldauf, teilnehmen.

Vor dieser Veranstaltung, so der ursprüngliche Plan, sollen sie einen Kranz am Grab in Speyer niederlegen. Der Ludwigshafener Ehrenbürger war am 16. Juni 2017 in seinem Haus in Oggersheim gestorben und wurde in Speyer beigesetzt.

Die Bemühungen der CDU, die Verdienste des Altbundeskanzlers beispielsweise mit einer Straßenbenennung zu ehren, sind derzeit zurückgestellt – aber nicht ad acta gelegt, sagte Uebel auf Nachfrage. „Angesichts der Corona-Krise haben alle andere Sorgen.“ Wenn sich die Situation wieder beruhigt, werde das Thema aufgegriffen.

Ein erster Anlauf für eine Kohl-Ehrung war 2017 gescheitert. Gegen eine Umbenennung der Rhein- in Helmut-Kohl-Allee hatten sich Anwohner und ortsansässige Firmen vehement gewehrt. Die vielfach als überstürzt eingestufte Entscheidung des Stadtrats war auch Thema im Oberbürgermeisterwahlkampf und wurde später zurückgenommen.

Hinter den Kulissen begann im Herbst 2019 ein zweiter Anlauf, den langjährigen Regierungschef in seiner Heimatstadt zu ehren. Die CDU sollte einen Vorschlag machen und ihn den anderen Fraktionsvorsitzenden unterbreiten, bevor er öffentlich gemacht wird, so lautete der Plan. Wegen der sich überstürzenden Ereignisse durch die Hochstraßen-Sperrung wurde aber das Thema verschoben – durch die Corona-Krise jetzt ein weiteres Mal.

„Wir sind aber generell bei dem Thema auf einem guten Weg“, sagt Uebel nach erneuten Gesprächen in der Fraktionsvorsitzendenrunde. Nähere Angaben machte er dabei nicht – lediglich den Hinweis: „Es wird auf jeden Fall eine Bürgerbeteiligung geben.“

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