Ludwigshafen

CDU Reaktionen auf Amtsverzicht der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer

„Das war ein Selbstmordkommando“

Ludwigshafen.Mit Respekt und teilweise Bedauern reagieren CDU-Vertreter in Ludwigshafen auf den angekündigten Rücktritt der Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Fraktionsvorsitzender Peter Uebel zeigt sich nicht überrascht von dem Schritt. „Sie hat bisweilen ungeschickt agiert. Das Verhalten der Partei in Thüringen war dann nur das berühmte i–Tüpfelchen.“ Drastischer formuliert es der frühere Kreisvorsitzende und Ortsvorsteher der Südlichen Innenstadt, Christoph Heller: „Was dort in den vergangenen Tagen abgelaufen ist, war ein Selbstmordkommando.“

„Kramp-Karrenbauer hatte von Anfang an Schwierigkeiten in ihrer Außendarstellung und in den Medien“, sieht der langjährige Parteichef und ehemalige Baudezernent Ernst Merkel den Schlusspunkt einer langen Entwicklung. Unzufrieden ist er mit dem Verhalten der Bundespartei bei der Abstimmung in Thüringen. „Man kann nicht von oben herab Neuwahlen fordern. Dann ist es nicht verwunderlich, wenn man mit einem blauen Auge aus der Sitzung in Erfurt kommt.“ Durch den Rückzug habe die Union mit Blick auf die Bundestagswahl die Chance auf einen guten Neustart.

Uebel plädiert für Merz

Merkel kann sich nun Friedrich Merz als Übergangskandidaten an der Parteispitze vorstellen, langfristig spricht er sich für den Gesundheitsminister Jens Spahn aus. „Mein Herz schlägt für Merz“, sagt Uebel, auch wenn die Partei etwa mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet noch andere gute Kandidaten habe.

Für den ehemaligen Fraktionschef Heinrich Jöckel ist indes die Nachfolge offen. Kritisch sieht er das Wirken der Bundesvorsitzenden, deren Name mit vielen Pannen und Ungeschicklichkeiten in Verbindung gebracht wurde. „Sie konnte die Flügelkämpfe in der Union nicht unterbinden. Der Schritt, entgegen früherer Aussagen doch ins Bundeskabinett einzusteigen und das Amt der Verteidigungsministerin zu übernehmen, hat ihr innerparteilich viel Glaubwürdigkeit gekostet. Eine Vertrauenfrage, die Kramp-Karrenbauer bereits im Dezember gestellt hatte, kann man nicht beliebig oft wiederholen.“

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