Ludwigshafen

Protestantische Kirche Ersatz für Gottesdienste / Glocken läuten am Samstag zehn Minuten lang

Dekanat lädt zur digitalen Andacht

Archivartikel

Ludwigshafen.Auch wenn „soziale Distanz“ das gebotene Mittel gegen die Verbreitung des Coronavirus ist, muss dies nicht zu gesellschaftlicher Kälte und Vereinsamung führen. Die protestantische Dekanin Barbara Kohlstruck verweist auf digitale Medien, die „hier ihre positiven Seiten zeigen“. Als Ersatz für die Gottesdienste entwickelten Pfarrer des Kirchenbezirks eine kleine Andacht, die zu Hause im Familienkreis oder allein gefeiert werden kann – im Wissen, dass andere zur selben Zeit oder am selben Tag diese Andacht ebenfalls feiern.

„So sind Menschen miteinander verbunden, auch wenn sie sich nicht sehen“, betont Kohlstruck. Diese Andacht kann auf der Homepage des Kirchenbezirks www.ekilu.de heruntergeladen werden. Über weitere Angebote in den nächsten Wochen informiert das Dekanat per Newsletter, zu dem man sich unter nl.ekilu.de anmelden kann.

Neben den Gottesdiensten sagte die protestantische Kirche auch Trauungen, Taufen, Trauerfeiern in Räumen sowie alle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen bis auf Weiteres ab. Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer begleiten aber Angehörige auf dem Friedhof.

Hilfe beim Einkaufen

Um ein bisschen Normalität zu erhalten, läuten die Kirchenglocken an den kommenden Sonntagen zu den gewohnten Gottesdienstzeiten. Sie rufen dazu auf, für sich – in virtueller Gemeinschaft – mit anderen zu beten.

Zehn Minuten lang läuten am Samstag, 21. März, um 18 Uhr die Glocken der evangelischen und katholischen Kirchen. Grund: Der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann und protestantische Kirchenpräsident Christian Schad halten zusammen in der Kapelle des Butenschoen-Hauses in Landau eine Fürbittandacht. Daran kann sich jeder über Livestream auf der Homepage der Landeskirche (www.evkirchepfalz.de) beteiligen. Dort wird auch der Gebetstext veröffentlicht.

Auch wenn alle Gottesdienste gestrichen wurden, bleiben einige Kirchen im Stadtgebiet offen, beispielsweise die Melanchthonkirche in der Maxstraße 38. Von 10 bis 18 Uhr können Menschen dort beten, eine Kerze entzünden oder auch mit Pfarrer oder Pfarrerin sprechen.

Eine Hilfsaktion für Bedürftige oder Corona-Isolierte organisiert die evangelische Jugend. Wer Hilfe braucht, beispielsweise für Einkäufe, kann sich auf dem Stadtjugendpfarramt unter der Telefonnummer 0621/6582070 oder per E-Mail an ejl@ejl.de melden.

Massive Einschnitte bedeutet die Corona-Pandemie auch für die katholische Kirche, nachdem alle Gottesdienste, Kommunion- und Firmvorbereitungen gestrichen wurden. Das Dekanat verweist darauf, Gottesdienste über Fernsehen, Radio oder Internet mitzufeiern. Zudem prüft es weitere digitale Möglichkeiten, damit Gläubige an Gottesdiensten teilnehmen können.

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