Ludwigshafen

Protestantischer Kirchenbezirk Barbara Kohlstruck testet Elektroroller und will Menschen zum Umstieg vom Auto bewegen

Dekanin wirbt für E-Mobilität

Ludwigshafen.Für Barbara Kohlstruck hat die Kirche eine besondere Verantwortung, wenn es um das Thema Umweltschutz geht. „Wir stehen in der Schöpfungsverantwortung und sollten tunlichst nicht zur Verursachung von Klimaschäden beitragen“, betont sie. Und die Dekanin des Protestantischen Kirchenbezirks Ludwigshafen geht mit gutem Beispiel voran: Seit eineinhalb Wochen testet sie einen Elektroroller als alternative Fortbewegungsmethode. „Ich sehe mich da in einer Vorbildrolle“, erklärt sie bei einem Pressegespräch des Dekanats. „Ich gehe offensiv damit um und will Menschen dazu bringen, über Alternativen zum Auto nachzudenken.“

Das Angebot für das zweiwöchige „Probefahren“ kam von der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der evangelischen Landeskirche. „Ich habe eine Mail bekommen und gleich gedacht, dass das eine tolle Idee ist“, sagt Kohlstruck. Nachdem sie das Fahrzeug zwei Wochen ausprobiert hat, geht es weiter in eine Gemeinde in der Südpfalz. Vor ihr hatte ein Kollege aus der Gemeinde Eisenberg-Ramsen den Roller getestet.

Projekt zum Klimaschutz

Kohlstruck ist von dem Zweirad angetan. „Seit Freitag vorletzter Woche musste ich die Batterie erst zweimal aufladen“, sagt sie. Mit einer Ladung komme sie rund 70 bis 80 Kilometer weit. „Da ich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach habe, fahre ich quasi mit der Kraft der Sonne“, berichtet sie lachend. Ob sie sich nach der Testphase einen Elektroroller anschaffen wird, hat die 58-Jährige noch nicht entschieden. „Die meisten Strecken lege ich eigentlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Das ist für mich am praktischsten.“ Sie könne sich aber gut vorstellen, etwa mit Nachbarn gemeinsam ein Fahrzeug anzuschaffen, das man sich dann teilt.

Generell nehmen die Themen Umwelt und Energie beim Kirchenbezirk eine große Rolle ein. Im vergangenen Jahr wurde das Klimaschutz-Teilkonzept umgesetzt. Dabei wurde eine Bestandsaufnahme der Gebäude in den einzelnen Gemeinden gemacht und Potenziale zur Verbesserung des Klimaschutzes, des Energieverbrauchs und ganz allgemein zur Erhaltung ausgelotet.

„An dieses Teilkonzept knüpft eine Kampagne der Landeskirche an“, so Kohlstruck. Das Projekt „Minus 40 Prozent CO2 – wir machen mit!“ hat das Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß von Gebäuden sowie in den Bereichen Mobilität und Beschaffung in der Pfalz bis 2020 um 40 Prozent zu senken. „25 Prozent haben wir seit dem Ausgangsjahr 2005 geschafft, es stehen also noch 15 Prozent in eineinhalb Jahren aus“, so Kohlstruck.

In Ludwigshafen haben sich der Kampagne die Gemeinden in Edigheim, Gartenstadt, Mundenheim, Oggersheim, Oppau, Süd und die Jona-Kirchengemeinde angeschlossen. „Diese müssen ihre Energierechnungen einreichen und einen Katalog mit Verbesserungsvorschlägen erarbeiten“, so die Dekanin.

Personelle Veränderungen

Dabei gibt es auch einen finanziellen Anreiz: „Für den Katalog erhalten die Gemeinden 1000 Euro, für die Umsetzung noch einmal bis zu 2500 Euro“, sagt Kohlstruck. Klimaschutz sei ein Thema, das in die Köpfe der Menschen müsse. „Doch das ist ein langwieriger Prozess.“

Nicht nur in Sachen Umwelt tut sich beim Protestantischen Kirchenbezirk etwas, auch personelle Veränderungen stehen an. So verlässt Götz Geburek seine halbe Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit und wechselt als Pfarrer an das Heinrich-Böll-Gymnasium. Ihn ersetzt Jörg Diehl, der bisher als Schulpfarrer am Karolinengymnasium in Frankenthal tätig war. Mit der anderen halben Stelle übernimmt er den Posten als Pfarrer in der JVA Ludwigshafen, der seit 2016 vakant war. „Die Bereiche sind neu für mich. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet“, erklärt Diehl.

Neben diesem Wechsel verlässt Elke Maicher zum August die Pfarrstelle Jona 3. Unbesetzt sind weiter die Stellen in Maudach und Edigheim. „Bisher gab es dort leider keine Bewerbungen“, sagt Kohlstruck. Die Gründe dafür sieht sie in einem allgemeinen Rückgang der Wechselwilligkeit und der Risikobereitschaft.