Ludwigshafen

Fasnacht Dichte Zuschauerreihen säumen die Strecke durch Oppau und Edigheim / 36 Gruppen beteiligen sich

„Der Umzug darf nicht sterben“

Archivartikel

Ludwigshafen.Es ist bunt und laut auf den Straßen Edigheims und Oppaus. An den Straßenrändern stehen Tausende Menschen. Jung und Alt jubelt den Karnevalisten begeistert zu. Zum 61. Mal läuft der Fasnachtsumzug durch beide Stadtteile – er ist schon seit vielen Jahren der letzte seiner Art in den Ortsbezirken. Bei den Zuschauern ist er aber beliebt wie eh und je.

„Wir hoffen wirklich, dass der Umzug bleibt“, sagt zum Beispiel Martina Dobler. Sie ist als Krankenschwester verkleidet, ihr Mann Peter kommt als Clown. Der Umzug hätte für ihren Geschmack gern größer ausfallen können: „Wir hatten das Gefühl, dass der Umzug in den vergangenen Jahren länger war. Dieses Jahr war er kurz, aber schön“, freuen sie sich dennoch über den gelungenen Abschied aus der Karnevalszeit.

Mit der Ausbeute zufrieden

Die Doblers sind mit den beiden Kindern Lilly und Felix da. Letzterer kommt als italienischer Koch mit Pizzamütze zum Umzug. In der Hand hält er einen Stoffbeutel und bückt sich fleißig nach den Kamellen, die von den Gruppen in die Zuschauermenge geworfen werden. „Ich bin mit der Ausbeute ganz zufrieden“, sagt er und zeigt stolz seinen Beutel mit Popcorn und Bonbons. Das reiche jetzt erstmal für die nächsten Wochen.

36 Gruppen beteiligen sich in diesem Jahr am Umzug – ähnlich viele wie in den Jahren zuvor. Angeführt wird die Karawane vom Fanfarenzug Rot-Weiß Speyer, der mit großer Fahne, Pauken und Trompeten vorweg läuft. Ebenfalls wieder mit von der Partie sind die Obbarer Dambnudle und die Glücksritter, die mit ihrer rollenden Festung und lauter Musik durch die Straßen fahren.

Auch viele Zuschauer sind nicht zum ersten Mal beim Umzug dabei. So feiern Hans und Ursula Rumphold seit mehr als 50 Jahren den Ausklang der närrischen Zeit in ihrer Heimat Edigheim. „Jedes Jahr machen wir hier unseren Kofferraum auf und veranstalten mit unseren Freunden einen kleinen Umtrunk.“ Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat ihnen der Umzug diesmal besonders gut gefallen: „Es fühlte sich an, als wären es mehr Teilnehmer und die Leute waren aufgeschlossener.“ Auch wenn das Wetter – grauer Himmel und einstellige Temperaturen – nicht ideal seien: „Wir sind froh, dass es diesen Umzug hier immer noch gibt.“

Und er wird weiter existieren, sagt Hubert Eisenhauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Oppauer Vereine (Arge). Auch wenn die Zahl der Zugnummern von einst mehr als 60 auf jetzt 36 zurückging. „Dieser Umzug darf einfach nicht sterben. Dafür wird er auch hier im Stadtteil zu positiv gesehen.“ Auch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) will sich für den Umzug einsetzen: „Ich habe es in diesem Jahr sehr genossen. Die Arge bekommt von der Stadt jede mögliche Unterstützung, um den letzten Stadtteilumzug zu erhalten.“

Das wird die Teilnehmer der diesjährigen Ausgabe freuen. Die ließen die Fasnachtszeit nach dem eineinhalbstündigen Umzug im Bürgerhaus ausklingen, unter der musikalischen Begleitung der Spielmannzüge. Hier wurden die besten Gruppen geehrt, die von einer Jury bestimmt wurden. In diesem Jahr durfte sich der Männerchor Ludwigshafen über reichlich französischen Sekt freuen. Für alle anderen gibt es im kommenden Jahr wieder die Chance, den begehrten Preis zu bekommen.