Ludwigshafen

Radsport Jan-Willem van Schip und Havik Yoeri gewinnen „Silberne Eule“ in Friesenheim / Sportler aus zwölf Nationen auf Rennbahn

Die fliegenden Holländer

Archivartikel

Ludwigshafen.Der große Star musste passen – ein gelungener Renntag war es trotzdem: Beim Radrennen in Friesenheim gaben sich Olympia-Medaillengewinner, Welt- und Europameister die Klinke in die Hand. Auch wenn Mark Cavendish, 30-facher Etappensieger der Tour de France und Silbermedaillengewinner in Rio, krankheitsbedingt fehlte, freute sich Andreas Gensheimer über ein illustres Teilnehmerfeld.

Weltlanglistenpunkte vergeben

„Die ‚Silbernen Eulen‘ sind nun im fünften Jahr“, sagte der Sportliche Leiter zur Veranstaltung, die bereits von den 1950er bis 1980er Jahren regelmäßig für volle Zuschauerränge in der Weiherstraße sorgte. Wie gut die Neuauflage des Traditionsrennens angenommen wird, zeigte sich auch diesmal, als rund 1000 Besucher ihre Favoriten anfeuerten. Mehr Zuschauer hatten die Veranstalter vom Radsportclub Ludwigshafen (RSC) lediglich bei der letzten Sixdays-Night im Juli begrüßt – dem Top-Ereignis schlechthin.

Zum Renntag der „Silbernen Eulen“ zog es Sportler aus zwölf Nationen nach Friesenheim. Laut Gensheimer waren es zu 90 Prozent Profis. Dank der Klassifizierung des Rennens durch den Welt-Radsportverband UCI ging es nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um Weltranglistenpunkte und somit Zugang zu den Weltcups. Dazu standen zahlreiche Bahnrad-Disziplinen auf dem Programm, vom Punktefahren in verschiedenen Altersklassen bis zum japanischen Kampfsprint „Keirin“.

Hauptereignis ist jedoch traditionell das Zweier-Mannschaftsfahren. Beim sogenannten Madison landete bei den Männern der frisch gebackene Deutsche Meister und Dritte der Ludwigshafener Sixdays-Night, Maximilian Beyer, mit Leon Rohde auf Rang fünf. Der Sieg ging an die Niederländer Jan-Willem van Schip und Havik Yoeri, gefolgt von den mitfavorisierten Schweizern mit Tristan Marguet.

Deutsches Duo wird Zweiter

Bei den Damen musste das deutsche Duo Katharina Hechler und Gudrun Stock lediglich den Schweizerinnen Aline Seitz und Andrea Waldis den Vortritt lassen. Bekannte Namen aus der Region waren beim 500-Meter-Zeitfahren der Frauen vertreten. Den Sieg holte sich Miriam Welte. Die 32-jährige, in Kaiserslautern geborene mehrmalige Weltmeisterin ist Publikumsliebling auf sämtlichen Pfälzer Bahnstrecken. Dritte wurde ihre Teamkollegin Alessa Pröpster vom ausrichtenden Verein RSC Ludwigshafen, die in der U 19-Klasse Welt- und Europameisterin wurde.

Im Punktefahren der Männer über 90 Runden siegte wiederum Jan-Willem van Schip. Bester Deutscher war Moritz Malcharek als Viertplatzierter. Den Keirin der Männer entschied Maximilian Levy vom Team Erdgas 2012 für sich. Der dreifache Olympia-Medaillengewinner gilt als erfolgreichster deutscher Bahnsprinter der Gegenwart.

Auch die ambitionierten Nachwuchsfahrer konnten sich in diversen Wettkämpfen auszeichnen: So gewann der Mannheimer Linus Schmid das Punktefahren U15, bei der U13 siegte der Mehlinger Noah Wenz, in der Altersklasse U11 Daan Ensenbach vom VfB Polch-Maifeld. Das Rundenrekordfahren „Pfälzer Auslese“ gewann Timo Bichler.

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