Ludwigshafen

Soziales Seniorenrat vergibt für Projekt „Seniorenfreundlicher Service“ Auszeichnungen an Ludwigshafener Geschäfte

Die Tücken des Alltags überwinden

Ludwigshafen.Die Seniorenfreundlichkeit aufwerten und gleichzeitig die Geschäfte der Innenstadt ankurbeln – das fasst das Projekt „Seniorenfreundlicher Service“ zusammen. Bei heißen Temperaturen hat der Ludwigshafener Seniorenrat gestern Zertifikate an Unternehmen vergeben, die sich für das Projekt eingesetzt haben.

Als Seniorin oder Senior in der Stadt einkaufen zu gehen, stellt mitunter eine Herausforderung dar. Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer sind nicht immer gegeben. Manchmal muss erst an ein Schaufenster geklopft werden, damit jemand zu Hilfe eilt – ein paar wenige Treppenstufen sind im Alltag meist schon ein Hindernis. Unternehmen, die sich solchen Problemen annehmen und Lösungen schaffen, zeichnet der Seniorenrat aus. „Heute ist die Hütte aber richtig voll, das kommt nicht oft vor“, begrüßte Brigitta Scheib die Vertreter der Betriebe und den Seniorenrat mit einem breiten Grinsen. Die kommissarische Vorsitzende übergab mit einem festen Händedruck und einem herzlichen Dankeschön die Urkunden. 17 Geschäfte und Einrichtungen in Ludwigshafen stehen diesmal auf der Liste. „Heute haben wir auch eine ganz besondere Urkundenvergabe“, freute sich Scheib. Mit Edeka Wojtarowicz knackt der Seniorenrat die 200. Zertifizierung. „Unser Geschäft wurde schon mal zertifiziert. Als ich die Filiale übernommen habe, wollte ich das nochmal schaffen“, sagte Geschäftsführer Darius Wojtarowicz schmunzelnd – sein Supermarkt bietet einen Lieferservice an. Wiederholt bei der Zertifizierung mit dabei sind zudem Filialen der Bäckerei Görtz. Insgesamt drei Geschäftsstellen beweisen ihre Seniorenfreundlichkeit beim Getränkevertrieb Horst Bruch und Söhne. „Die Sensibilität für das Thema Senioren- und Behindertenfreundlichkeit ist gewachsen und nimmt zu“, verdeutlichte Scheib zufrieden. „Im Prinzip erhalten die Geschäfte eine kostenlose Unternehmensberatung. Es profitieren beide Parteien: Senioren und Unternehmer“, sprach sich Lukom-Citymanager Yann Fürst für das Projekt aus.

Qualifizierung prüfen

„Mir hat mal jemand gesagt: Ich bin nicht behindert, ich werde behindert. Das ist der Punkt, an dem wir ansetzen“, sagte auch Hans-Joachim Weinmann. Als kommunaler Beauftragter für Menschen mit Behinderungen kennt er die Tücken des Alltags. „Meistens sprechen wir die Geschäfte selbst an und fragen, ob sie mitmachen wollen“, erklärt Ursula Stepf-Froschmaier vom Senioren- und Behindertenrat zum Vorgehen. „Bei meinem Zahnarzt ist beispielsweise alles sehr seniorenfreundlich. Also hab ich ihn gefragt, ob er beim Projekt dabei ist.“ Die Zahnarztpraxis Hensel erhielt einen Fragebogen, der anhand von Kriterien die Barrierefreiheit und andere Faktoren erfasste. Der Seniorenrat prüfte die Angaben im Anschluss.