Ludwigshafen

Friesenheim Feuerwehrmann aus Heidelberg setzt sich gegen 200 Konkurrenten durch / Zweieinhalbjährige startet bei Bambini

Ehlen gewinnt Eulenlauf

Archivartikel

Ludwigshafen.„Ich bin auch schon mal 400 Meter gelaufen“, sagt Letizia stolz vor dem Start des Bambini-Laufes. Zusammen mit anderen Kindern steht sie an der Startlinie und kann es kaum erwarten, eine Runde beim Wettstreit zu rennen. Auch Laura steht am Start, mit ihren zweieinhalb Jahren ist sie die jüngste Teilnehmerin nicht nur beim Bambini-Lauf, sondern auch beim 15. Eulenlauf des SV Friesenheim: „Sie hätte geweint, wenn sie nicht hätte mitlaufen dürften“, sagt ihre Mutter. „Sie macht alles, was ihr Bruder Alexander auch macht.“ Laura ist schon ein großer Profi und startet links außen in der Außenkurve: Es ist ein guter Startplatz an diesem Tag, es ist der Startplatz der Sieger.

Nach dem Start rennen die Kinder los, nur Laura lässt es an der Hand ihrer Mutter gemütlich angehen, Schritt für Schritt schreitet sie die Aschenbahn ab. Während die beiden auf der Startgeraden in die erste Kurve einbiegen, laufen hinter ihr schon die ersten Kinder ins Ziel.

Sonja Lenz als beste Frau im Ziel

Dort warten glückliche Eltern und Matthias Klausmann: Er ist Cheforganisator und bereitet schon die Siegerehrung der Bambinis vor, die Urkunde, Medaille, einen Softdrink und eine persönliche Einladung zur Feuerwehr in Oppau von ihm überreicht bekommen. Als das letzte Kind im Ziel ist und er mit der Siegerehrung beginnen will, wird er darauf aufmerksam gemacht, dass eine Läuferin noch fehlt: Laura hat da gerade erst die Hälfte der Distanz gelaufen. Und so wird sie am Ende durch die Anfeuerung der geduldig wartenden Bambinis und Läufer etwas eingeschüchtert, aber als gefeierter Star die Ziellinie überschreiten.

Gleich danach startet der Zehn- Kilometer-Lauf mit den rund 200 Teilnehmern. „Dieses Jahr geht was“, sagt Marc-Pascal Ehlen, der für die Berufsfeuerwehr Heidelberg an den Start geht. Denn beim Eulenlauf wird auch der deutsche Meister der Feuerwehren ermittelt. Es ist sein dritter Anlauf auf diesen Titel. Wie die kleine Laura startet auch er von ganz links auf der Außenbahn.

Die Führenden hat er fest im Blick und hängt sich erstmal in deren Windschatten. Nach vier Kilometern werden sie ihm zu langsam: „Ich dachte, ich bin besser“, und dann startet er eine kleine Attacke, wie er den Rennverlauf schildert, zieht vorbei und läuft davon. Mit 34,13 Minuten gewinnt er den 15. Eulenlauf: „Ich bin jetzt deutscher Meister“, sagt er stolz.

Mit 42,12 Minuten läuft Sonja Lenz als beste Frau ins Ziel: „Gesund ankommen und Spaß haben“, das ist ihr Motto. Sie ist das erste Mal dabei und für sie ist es nur ein Trainingslauf: „Das ist eine gute Vorbereitung, am 20. Oktober starte ich beim Stadtmarathon in Amsterdam.“ Lenz lobt das ideale Wetter und die schöne Streckenführung beim Eulenlauf. Nach ihrem Zieleinlauf steht sie ungeduldig an der Strecke und warte auf ihren Freund: „Den habe ich auch angemeldet. Der soll auch mal was tun. Als Partner einer Läuferin hat man es eben nicht leicht.“ Als der schließlich ins Ziel kommt, ist er fertig und sagt völlig aus der Puste: „War das eine Quälerei.“

Zum Thema