Ludwigshafen

Anpfiff ins Leben Kunstwerk am Jugendförderzentrum ist gleichzeitig Adventskalender

Ein Ball mit 24 Fenstern

Ludwigshafen.Auf dem Gelände des Ludwigshafener SC in der Abteistraße liegt ein überdimensionaler Fußball aus Fiberglas. Die rot-schwarz gemusterte Kugel erfüllt eine Doppelfunktion. Denn einerseits handelt es sich um ein Kunstwerk zum 15. Geburtstag der Organisation Anpfiff ins Leben, deren Jugendförderzentrum auf dem Gelände in der Gartenstadt untergebracht ist. Gleichzeitig ist der riesige Ball ein Adventskalender. Gestaltet wurde er von fünf Jungen im Alter von elf bis 13 Jahren, selbstverständlich Fußballspieler.

„Alle unsere Förderzentren haben einen Ball zum Jubiläum bekommen, den die Kinder individuell gestalten durften“, erklärte Dietmar Pfähler, Vorsitzender des Vereins. Unterstützt und realisiert wurde das Projekt von der Spedition Alpensped, dem Baustoff-Unternehmen erde³ und der Firma Becker Garten- und Landschaftsbau aus Zuzenhausen. Künstlerin Claudia Bias hatte die Rohlinge entworfen: „Die Aufgabe bestand darin, dass sich die Kugeln im fertigen Zustand drehen sollen und dass sie 15 Jahre halten. Mir gefällt, wie unterschiedlich sie geworden sind.“

Ergebnisse aus Kreativ-Aktion

Da für die Gestaltung des Ludwigshafener Fußballs eine aufwendige Technik mit einer Hochleistungsfolie benötigt wurde, ergriff Baier Digitaldruck die Initiative bei der Umsetzung. Die Kinder hatten an einer Kreativ-Aktion in den Herbstferien teilgenommen, dabei lernten sie den Umgang mit der Spiegelreflexkamera und Bildbearbeitung. „Dadurch bekommen die Jugendlichen Medienkompetenz. Denn sie erfahren, wie Bilder verändert werden können. Sie lernen, die Echtheit von Bildern zu hinterfragen“, so Kommunikationsdesignerin Kristin Lauer, die das Projekt künstlerisch leitete.

Die Foto-Safari erstreckte sich über das Stadtgebiet. Als Motive dienten beispielsweise die Parkinsel, die Rhein-Galerie, der Ebertpark oder der Berliner Platz. „Die Kinder haben gelernt, nicht einfach drauflos zu knipsen, sondern ihr Bild mit Bedacht auszuwählen“, sagte Corinna Glogger vom Förderzentrum.

Die Kinder aus dem Jugendförderzentrum zeigten sich stolz auf ihren Adventskalender. „Wenn er nach Weihnachten noch immer hier steht, wird er eine tolle Erinnerung sein“, sagte der 13-jährige Marco Yompang. Welche ihrer Bilder sich unter den 24 Folien befinden, wissen die Kinder nur ungefähr – ein bisschen Überraschung ist also dabei. „Täglich kommen etwa 60 Kinder hierher, da müssen wir schauen, wer die Türchen öffnen darf“, so Glogger. Auf der Pressekonferenz wurde ebenfalls eine wabenförmige Folie entfernt – dahinter verbarg sich das Bild eines Trikots von André Schürrle, einem aus Ludwigshafen stammenden Bundesligaspieler. Für die Kinder war es ein gelungener Anpfiff in die Adventszeit. (Kge)