Ludwigshafen

Jubiläum Irma Funk feierte den 100. Geburtstag / Radrennen als Hobby

Ein Jahrhundert in Ruchheim geblieben

Ludwigshafen.Im Hause Funk in Ruchheim gab es am Freitag einen besonderen Anlass zum Feier: Irma Funk, geborene Hassert, wurde 100 Jahre alt. Ihr ganzes Leben schon wohnt sie in Ruchheim, geboren wurde sie im „Strohgässel“, wie die Strohgasse hier genannt wird. Die Hasserts waren, wie viele in Ludwigshafen, eine „Anilinerfamilie“, der Vater arbeitete dort. Irma ist die viertälteste von neun Geschwistern. „Die ersten Kinder waren alle Mädchen, dann kamen endlich die Jungs“, erinnert sich Irma. Zwei Brüder kehrten aus dem Krieg nicht zurück, der jüngste war noch nicht alt genug, um eingezogen zu werden. Sportlich war die Familie Hassert – Vater und Brüder liebten Ringen und Radrennen. „Ich habe mich früher heimlich aufs Trainingsrad gesetzt, das in der Scheune auf einem Anhänger befestigt war. Radrennen für Frauen waren damals noch nicht üblich.“

1947 heiratete die Jubilarin Heinrich Funk, Tochter Heidi wurde ein Jahr später geboren. Heinrich und Irma arbeiteten beide bei der BASF, Irma im Labor, ihr Mann als Fernfahrer. Da er oft unterwegs war, packte Irma ordentlich beim Bau des Hauses an, in dem sie heute noch lebt. Bis 90 war Irma noch unterwegs mit ihrer Wandergruppe „Schoppenwanderer“, sang im gemischten Chor mit und war aktiv bei der Fasnacht und dem Kerwe-Umzug. „Mit 90 ist sie bei der Kerwe sogar noch Boxauto gefahren, und auch heute noch geht sie gerne zum Essen aus dem Haus“, so die Enkelin.

Seit 50 Jahren, ihr halbes Leben lang, ist Irma bereits Witwe. Sie kümmert sich sehr viel um die sechs Enkel, die acht Urenkel und einen Ur-Urenkel.