Ludwigshafen

Konzert Flötist Robert Aitken spielt mit sechs Musikkollegen bei „Kultur in der Backstubb“

Ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk

Archivartikel

Ludwigshafen.Als der kanadische Querflötist Robert Aitken 1989 an der Musikhochschule in Freiburg ankam, um eine Professur zu übernehmen, fand er schnell Anschluss unter anderen Dozenten und Studenten. „Das sind Freunde für das ganze Leben“, freute sich Flötist Robert Aitken. Im drängend vollen Hof in der Notwende gab er mit sechs Musikkollegen im Rahmen der Reihe „Kultur in der Backstubb“ ein fulminantes Konzert – aus Anlass seines bevorstehenden 80. Geburtstages am 28. August.

Viele Auftritte zum Jubiläum

In der nächsten Saison sollen über Ländergrenzen hinweg mehrere Jubiläumskonzerte stattfinden, als Anerkennung des 1939 in der kanadischen Kleinstadt Kentville zur Welt gekommenen Musiktalents. Den Anfang machte ein Auftritt mit dem Altmeister an einem ungewöhnlichen Ort, im mit einer bunten Lichterkette erleuchteten Hof der ehemaligen Bäckerei Wendel. Auf der Bühne stand auch der ebenfalls erfolgreiche Querflötenspieler und Bäckersohn Wolfgang Wendel.

Im Scheinwerferlicht stimmte Wendel als Hommage das Stück „Reflections on Tamsui“ an, das der 57-Jährige vor zehn Jahren für seinen musikalischen Ausbilder Aitken verfasst hat. Für die Intonation wählte Wendel eine chinesische Dizi-Flöte. „Mit seiner Dizi-Flöte macht Wolfgang Wendel eine ganz eigene Karriere“, kommentierte Musikprofessor Robert Aitken.

Als ein leichter Regen einsetzte, eilten zwei Helfer auf die Bühne, um über den Pianistinnen Ya-Wen Chuang und Chingchuan Grace Hsu sowie den beiden Cellisten Martin Bärenz und Franck Bernède Regenschirme aufzuspannen. Zum Orchester gehörte noch Flötist Jan Junker. Doch durch die Niederschläge ließen sich die Musiker nicht die Spielfreude verderben. Außerdem stimmte das Ensemble noch Stücke an wie eine Tafelmusik von Telemann sowie Werke von Fauré, Debussy, Gjeilo und Piazzolla.

Zwischendurch erzählte Robert Aitken davon, welcher Druck auf einem Solisten im klassischen Fach lastet. Nach dem „Plainsong“ des Kanadiers stimmte das Ensemble als Zugabe das Stück „Air“ von Johann Sebastian Bach an. Es wurde dabei unterstützt von eigens aus Taiwan angereisten Freunden und ehemaligen Studenten mit Querflöten, die auch die fernöstliche Melodie „Tamino in Taipeh“ spielten. Als verfrühtes Geburtstagsgeschenk durfte Aitken eine riesige italienische Schaumweinflasche mit seinem Gesicht als Porträtzeichnung darauf und einen Schokoladenkuchen entgegennehmen. chm

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