Ludwigshafen

Hemshofschachtel Mundarttheater zeigt neue Komödie „Liebe, Frust und Schwiegermütter“

Eine Internetanzeige mit Folgen

Ludwigshafen.Eine Couch, vier Türen und ein verdammt gutes Timing – das sind die Zutaten für kurzweilige Unterhaltung in der Hemshofschachtel. „Liebe, Frust und Schwiegermütter“ heißt die Mundartkomödie von Hans Schimmel, die unter der Regie von Andreas Assanoff und nach einer Inszenierung von Anja Reich eine gelungene Premiere feierte.

Raffiniert konstruierte Handlung

Das Acht-Personen-Stück besticht durch seinen feinen und intelligenten Wortwitz, ein rasantes Tempo und eine raffiniert konstruierte Handlung. Dass dabei Türen knallen, auch schon mal ins Gesicht, sorgt für jede Menge Situationskomik. Minutenlang gehen sich die Figuren gekonnt aus dem Weg, um dann unversehens alle gleichzeitig in der guten Stube zu sein. Geheimnisse, Missverständnisse und Verwechslungen geben der Handlung den letzten Pfiff, bis hin zu einem überraschenden Ende.

Dabei fängt alles recht gemächlich an: Nach knapp 25 Ehejahren hat auch bei Willi und Gisela Eiermann (Uwe Bansemer und Anja Reich) der Alltag die Leidenschaft erlahmen lassen. Damit Willis erotische Sinne wieder erwachen, hat sein Kumpel Paul (Edgar Wetzel) die glorreiche Idee, eine Anzeige im Internet aufzugeben, um ein diskretes Treffen zu organisieren. Logisch, dass Willis Gattin davon nichts erfahren darf. Bei der Beschreibung des Rendezvous-Willigen wird schamlos übertrieben, so dass aus der Couch-Potato mit Bauch eine Art James Bond mit „viel Volumen für Gefühl“ wird.

Ohne, dass es die beiden Helden ahnen, plant Giselas Freundin Waltraud (Sieglinde Schlör) das Gleiche, damit ihre beste Freundin endlich wieder Schmetterlinge im Bauch spüren kann. Auch die Frauen übertreiben zu ihren Gunsten, was im richtigen Leben mitunter ja auch vorkommen soll. Zu dumm, dass die beiden Möchtegern-Fremdgeher aus Versehen mit der Annonce auch noch gleich ihre Adresse mitveröffentlicht haben.

Ständiges Kommen und Gehen

Bald steht die Klingel nicht mehr still und wildfremde Leute geben sich die Klinke in die Hand. Logisch, dass der Partner nichts davon erfahren darf und das Versteckspiel beginnt. Da müssen die scharfe Lolita (Anna Maria Kahlenberg) und der charmante Rainer (Marko Bonomo) schon mal in Küche, Schlafzimmer oder Toilette verschwinden.

Mehrfach bekommt Rainer die Tür ins Gesicht geschlagen – eine Slapstick-Einlage mit schweren Folgen, denn er verliert sein Gedächtnis und hält sich für den Ehemann. Dass ausgerechnet jetzt Willis Schwiegermutter Ilse (Marie-Louise Mott) ihre Tochter besucht, macht die Situation auch nicht gerade unkomplizierter.

Die Situation läuft komplett aus dem Ruder, als Einbrecher Ede (Harald Dimmler) sich ausgerechnet die Wohnung der Eiermanns für einen Einbruch aussucht und leicht hinein, aber nicht mehr heraus kommt. Erlebt hat er schon so Einiges, aber noch nicht den Eintopf von Schwiegermutter Ilse, denn der hat durchschlagende Nebenwirkungen.