Ludwigshafen

Wirtschaft Ehemaliger Flüchtling Saeid Fasihi betreibt erfolgreiches Software-Unternehmen / Neues Firmengebäude eingeweiht

Eine „tolle Integrationsgeschichte“

Ludwigshafen.„Der Erfolg liest sich wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht” – so beschrieb Moderator Markus Hoffmann den Lebens- und Berufsweg von Saeid Fasihi, Gründer und Geschäftsführer der Fasihi GmbH in Mundenheim. Anlass der Festveranstaltung war die Einweihung des neuen Firmengebäudes in der Ludwig-Reichling-Straße.

Zu eng war es geworden, nachdem sich die Mitarbeiter- und die Umsatzzahlen seit 2013 verdoppelt hatten. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte 1990: Als politischer Flüchtling aus dem Iran gekommen, bewies Saeid Fasihi Unternehmergeist. Nachdem er sich zunächst als Straßenmaler in Heidelberg durchschlug, gründete er jenen Ein-Mann-Betrieb, der inzwischen zu einem vielfach prämierten, mittelständischen Software-Unternehmen mit rund 90 Mitarbeitern gewachsen ist – Tendenz steigend.

„Mit dem neuen Gebäude legen wir auch ein klares Bekenntnis zum Standort Ludwigshafen ab“, betonte der Geschäftsführer. Bezogen wurde das vierstöckige Bauwerk bereits im Juli. Durch den positiven Geschäftsverlauf seien die Anforderungen an die technische und räumliche Ausstattung gestiegen, was sich nun in der Erweiterung von Besprechungsräumen und in einer Kantine niederschlägt. „Mehr als 100 Mitarbeiter finden auf 2400 Quadratmetern Platz“, freute sich Saeid Fasihi bei der Einweihung über die neuen Möglichkeiten.

Besonderes Augenmerk legt der IT-Spezialist auf das Thema „Industrie 4.0“. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, Kernkompetenz des Unternehmens, soll vor allem der Arbeitssicherheit dienen, auch bei Fasihi selbst. Assistenz- und Unterweisungssysteme von der digitalen Brille bis zum Wearable kommen bei den Kunden, darunter der BASF, zum Einsatz – wovon sich die knapp 170 Besucher bei der Vorstellung der Produkte im dritten Stock ein Bild machen konnten.

Dass Prozesse in der Politik oftmals wie in einem Unternehmen gestaltet werden könnten, machte Fasihi anhand der Integration von Flüchtlingen deutlich: „Arbeitnehmer und Arbeitgeber pflegen ein ähnliches Verhältnis wie Migrant und Regierung“, erklärte der Iraner. In beiden Fällen komme es auf die richtigen Unterweisungs- und Lernsysteme an, wodurch beide Seiten profitierten. Die Akzeptanz von demokratischen Unternehmenswerten sei dabei unerlässlich.

Malu Dreyer lobt Erfolg

Seit 2015 beschäftigt Fasihi zwei Geflüchtete aus dem Iran – ein Grund mehr, weswegen Malu Dreyer (SPD) in ihrem Grußwort von einer „tollen Integrationsgeschichte“ und einem „echten Vorbild“ sprach. Die Ministerpräsidentin wies darauf hin, dass sich mittlerweile 250 000 Flüchtlinge in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung oder Ausbildung befänden. Diversität sei ein Erfolgsfaktor – auch und gerade bei Fasihi, mit seinem für die IT-Branche beachtlichen Frauenanteil von 30 Prozent sowie Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Nationen. Die Rahmenbedingungen in Rheinland-Pfalz seien zudem gut, der Hochstraßen-Problematik zum Trotz. Hier versprach Dreyer eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt.

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