Ludwigshafen

Bonhoeffer-Zentrum Verweis auf bauliche Schäden

Eltern fordern schnellen Kita-Neubau

Ludwigshafen.Der neu errichtete Metallzaun um den Rasen trügt: Während die Grünfläche dank privater Spenden eingezäunt werden konnte, ist im Innenbereich der Kindertagesstätte im Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum (DBZ) nicht mehr viel zu retten. „Bei Starkregen erleben wir hier regelmäßig Sturzbäche“, beklagt Oliver Czaika das Durchregnen durchs Flachdach. Ein großer Raum am Eingangsbereich musste bereits gesperrt werden. Zu stark ist der Schimmelbefall, dessen ganzes Ausmaß sich bei der Demontage eines Wandschranks offenbarte. Czaika ist Vorsitzender des Elternbeirats und im Förderverein tätig. Weil es aus seiner Sicht so nicht weitergehen kann, startete er mit Sandra Fink eine Initiative. Ziel: Der Abriss und Neubau der Kindertagesstätte sollen beschleunigt werden.

Steinruck: Umzug ab Ende 2020

Dazu reichte Fink die Initiative bei der Aktion „#HoldieOberbürgermeisterin“ ein, die im November die meisten Online-Klicks sammelte. Beim Ortstermin bestätigte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) den dringenden Handlungsbedarf. Zugleich erinnerte sie daran, dass die Kita von der Kirche getragen wird. Zwei gute Nachrichten hatte die Rathauschefin dennoch zu verkünden: Die Mittel zur schnellen Instandsetzung betroffener Räume seien bewilligt, zudem sei die DBZ-Kita „ganz vorne“ auf der Liste der Neubauten. Dass die bereits beschlossenen Maßnahmen nicht früher erfolgen können, liegt laut Steinruck an der Situation der Kita Friesenheim, die in einem Provisorium im Ebertpark untergebracht ist. Erst wenn diese saniert sei, könne die DBZ-Kita in die frei werdende Containeranlage umziehen. Dies sei ab Ende 2020 der Fall.

Steinruck bezeichnete die KitaVersorgung als große Herausforderung für eine wachsende Stadt wie Ludwigshafen. Der 4,8 Millionen Euro teure Neubau soll sechs statt bislang drei Gruppen beherbergen. Dass eine Sanierung des 1972 errichteten und mit einem Architekturpreis ausgezeichneten Gebäudes „bauphysikalisch nicht möglich“ sei, bekräftigte Pfarrer Frank Wolf vom Trägerverbund. In einem maroden Zustand befinde sich der komplette Gebäudekomplex mit Pfarr- und Gemeindehaus. „In der Kita sieht man Dinge, die man zuhause niemals hinnehmen würde“, resümierte Judit Willenbacher, stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats.

Damit die Kinder weiterhin nicht gefährdet sind, laufe ein Monitoring mit dem Gesundheitsamt. Die Erzieherinnen seien angehalten, „ständig zu lüften“.

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