Ludwigshafen

Justiz Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Eltern sollen Baby gequält haben

Ludwigshafen.Ein Elternpaar im Alter von 24 und 26 Jahren aus Ludwigshafen soll im Oktober sein sechs Wochen altes Baby schwer misshandelt und gequält haben. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal erhob deshalb Anklage beim Landgericht Frankenthal. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber auf „MM“-Anfrage erklärte, soll die 26-jährige Mutter den Säugling mit einem langen Gegenstand im Analbereich verletzt haben. Dabei habe das Baby auch innere Verletzungen erlitten. Die Anklagevertreter werfen der Mutter gefährliche Körperverletzung, Misshandlung von Schutzbefohlenen und sexuellen Missbrauch vor. Der 24-jährige Vater hat nach Angaben der Ermittler den Neugeborenen mit einem scharfen Gegenstand am Penis verletzt und ihm eine blutende Wunde zugefügt. Die Vorfälle sollen sich am 14. und 15. Oktober 2018 in der elterlichen Wohnung zugetragen haben.

In Untersuchungshaft

„Obwohl das Baby durch die Misshandlungen schwer verletzt wurde, riefen die Eltern nicht sofort den Notarzt“, sagte Ströber. Erst am 15. Oktober habe das Paar einen Kinderarzt aufgesucht. Der Säugling kam sofort in ein Krankenhaus – und konnte laut Staatsanwaltschaft durch eine Notoperation gerettet werden. Dort stellten die Ärzte weitere Verletzungen am Kopf und Oberkörper fest. „Hier handelt es sich um einen ungewöhnlich schweren Fall von Kindesmisshandlung“, fasste der Oberstaatsanwalt die Erkenntnisse zusammen.

Die Eltern sitzen seit November in Untersuchungshaft. Bislang waren sie strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Ob beim Kind gesundheitliche Schäden zurückbleiben, ist laut Ströber nicht absehbar. Wann das Gericht über die Zulassung der Anklage entscheidet, ist offen. Bei einer Verurteilung drohe der Mutter eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren, beim Vater liege der Strafrahmen zwischen einem und zehn Jahren.