Ludwigshafen

Natur Trotz Corona finden Führungen der Tourist Information statt / Geschichten von der Parkinsel

Entdeckungen im Auenland

Ludwigshafen.Die Naturlandschaft-Entdeckungstouren der Tourist Information finden auch in diesem Jahr statt, jedoch unter Einhaltung der Corona-Auflagen, was in der freien Natur nicht sehr problematisch ist. Nur die Gruppengröße ist verkleinert worden, damit nicht zu viele Leute eng zusammenrücken müssen, um dem Experten zuhören zu können.

Bei der Führung über die Parkinsel ist die Nachfrage so groß, dass es zwei Gruppen zu etwa 15 Menschen gibt. Start ist an der Pegeluhr der ehemaligen Kammerschleuse, ein Wahrzeichen der Parkinsel. Seit 2015 ist die Pegelmechanik leider nicht mehr in Funktion, die Uhr zeigt immer denselben Stand an. Helmut Eirich erklärt den Teilnehmern, wie die 1900 erbaute Uhr funktionierte und wie der „Pegelnullpunkt“ berechnet wird.

Dabei dürfe man nicht den Grund des Flusses mit dem Nullpunkt verwechseln. „Warum ist das so kompliziert?“, fragt ein Teilnehmer. „Die Pegelmessung stammt von den Seefahrern“, meint Eirich, und die Seefahrer haben nun mal ihre ganz eigenen Methoden. Und: Bei Niedrigwasser muss der Pegelnullpunkt angepasst werden. Alles klar?

Weniger kompliziert ist nach einem kurzen abendlichen Spaziergang die Geschichte des Rheins. „Wir befinden uns bei Flusskilometer 422, doch ab wo wird gemessen? Normalerweise misst man von der Quelle bis zur Mündung, der Rhein aber wird ab dem Austritt aus dem Bodensee gemessen“, so Eirich.

„Seit wann gibt es Flüsse?“, fragt der Referent, und die Antwort lautet: „Seit vier Milliarden Jahren. Aber der Rhein ist nur zehn Millionen Jahre alt.“ Dies lässt sich an den Sedimenten ablesen, die man im Rhein gefunden hat. Außerdem floss der Neckar zuerst gar nicht in den Rhein, sondern in die Donau. Erst durch tektonische Verschiebungen vor Urzeiten hat sich der Lauf verändert. Die Wasserqualität des Rheins ist laut Eirich gut. Es leben darin 67 Fischarten, darunter Lachse, Forellen und Neunaugen. Diese mussten nach einer langen Zeit, in der die Wasserqualität unzureichend war, wieder neu angesiedelt werden.

Neben spannende Geschichten erfährt man beim Spaziergang auf der Parkinsel auch einiges über Tier- und Baumarten. Da gibt es zum Beispiel den Heldbock, auch Großer Eichenbock genannt. Dabei handelt es sich nicht um ein Tier mit vier Hufen, sondern um eine selten gewordene Käferart, die sich in absterbenden Eichen niederlässt. Einige dieser Eichen sind auf der Parkinsel zu sehen, sie wurden mit Absicht stehen gelassen, als Heldbock-Unterkünfte. Und als Baum, der ins Auge fällt, sei die Blasenesche genannt, ein beliebter Zierbaum, der aus China stammt. Davon sind besonders schöne Exemplare auf der Parkinsel zu sehen.

Zum Thema