Ludwigshafen

Friesenheim Vierte Ludwigshafener „Sixdays-Night“ von Unwetter unterbrochen / Moritz Augenstein und Sebastian Schmiedel siegen

Erbitterter Kampf auf zwei Rädern

Ludwigshafen.Am späten Nachmittag hatte der Vorsitzende des Ludwigshafener Radsportclubs, Hermann Ballosch, die Unwägbarkeiten der Natur noch betont, um 18.12 Uhr werden seine Sorgen bittere Wahrheit: „Wir sind den Gewalten hier voll ausgeliefert.“ Der Startschuss zum ersten Rennen der vierten „Sixdays-Night“ ist auf dem Beton-Oval in Friesenheim kaum gefallen, da verwandelt Starkregen die Rennbahn in eine spiegelglatte Piste. Es heißt: Abbruch, Frust, Bangen. Hunderte Zuschauer harren unter der überdachten Tribüne aus. Die Sportler versuchen, im Athleten-Tunnel ihre Muskeln warm zu halten und auch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck trotzt dem Gewitter unter ihrem Regenschirm.

Sport wiederbelebt

Das Warten sollte sich lohnen. Denn nach 45 Minuten können Ballosch und sein Team, die sich seit drei Monaten auf diesen Abend vorbereiteten, nicht nur mit schwerem Gefährt die Strecke wieder trocken fahren: Auch die Sonne zeigt sich wieder – zur Freude von Andreas Gensheimer. Als Sportlicher Leiter ist er für das Starterfeld verantwortlich und versteht es als „absolute Wiederbelebung“, die „Sixdays-Night“ nach langer Abstinenz seit vier Jahren wieder etabliert zu haben. Sechs Tage wie einst einmal dauern die Rennen zwar nicht mehr, doch wenn voll besetzte Ränge hochklassige Wettbewerbe mit Landessiegern, Deutschen Meistern und Olympiasiegern erleben dürfen, spricht der Erfolg für sich.

Zunächst bekommen Besucher wie Thomas Lattke jedoch etwas zum Lachen: Beim La Ola-Sprint gibt es zwar auch eine Wertung, doch wenn der Neustadter mit seinen Kindern Louis, Leo und Alicia den in ein Eulengewand gekleideten Alexander Obert mit erhobenen Händen an der Ballustrade vorbeifahren sieht, zeigt der Radrennsport sein fröhliches Gesicht. Zumal es sportlich rasch genug ernst wird. Denn auch, wenn im Sprint der Profis mit Miriam Welte eine Olympiasiegerin und Weltmeisterin in den Sattel steigt: Gegen den jungen Philipp Strasser aus Queidersbach muss sie sich zumindest im direkten Duell geschlagen geben. Erst im Rundenrekordfahren brennt Welte mit 20,55 Sekunden eine derart schnelle Zeit auf die 333,33 Meter lange Bahn, dass auch Strasser nicht mehr mithalten kann.

Ohnehin finden sich die Nachwuchstalente an diesem Tag oft auf dem Siegerpodest wieder. Das gemischte Derbyrennen nach Friesenheimer Art gewinnt der frisch gebackene Deutsche Straßenradmeister Pascal Ackermann (Kandel), der den jungen Torben Osterheld (Offenbach) zu einem umjubelten Sieg über die Ziellinie zieht. Aus Vereinssicht ist vor allem der knappe Sieg von Alessa-Catriona Pröpster im Kampfsprint zu erwähnen. Im Zweier-Mannschaftsfahren auf 120 Runden mussten die Obert-Brüder vom RSC, Yves und Alexander, ebenso Federn lassen wie die Ackermann-Geschwister Pascal und Adrian, die Moritz Augenstein (Pforzheim) und Sebastian Schmiedel (Berlin) zu einem verdienten Sieg gratulierten.

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