Ludwigshafen

Kultur 15 Kinder und Jugendliche zeigen ihre Werke bei Rheingönheimer Beratungsstelle / An Projekt „KunstKönner“ mitgewirkt

Erfahrungen in Bilder gefasst

Archivartikel

Ludwigshafen.Ein Schiffsumriss aus dünnen hellen Strichen, sonst ist das Bild fast nur schwarz – das einzige düstere Werk bei der Ausstellung der „KunstKönner“ aus Rheingönheim in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern hat auch einen düsteren Hintergrund: „Lela hat mit dem Bild ,Dunkle Nacht’ ihre dreitägige Flucht auf einem Boot verarbeitet“, berichtete Künstler Matthias Neuthinger den Besuchern in der Bürgermeister-Kutterer-Straße 37 bei der Ausstellungseröffnung über die junge Malerin.

Er hatte über 15 Kinder und Jugendliche im Alter ab zehn Jahren bei dem Kunstprojekt der Jugendräume Rheingönheim betreut. Entstanden sind zahlreiche Werke, von denen nun rund zwei Dutzend gezeigt werden, darunter auch ein Würfel: Farbenprächtige abstrakte Formen sind auf den meisten zu sehen, einige wurden von der ganzen Gruppe gestaltet. Neuthinger: „Wir haben uns gemeinsam die Leinwand angeschaut und überlegt, welche Formen und Farben passen.“ Dabei wurde manches verändert oder übermalt – auch das sei lehrreich: „Man musste verantwortungsbewusst mit der Arbeit anderer umgehen.“

Wichtig sei ihm gewesen, dass die jungen Künstler große Formen malen und dabei auch die ganze Armlänge einsetzen: „Mit Farbe und Form zu arbeiten, bedeutet auch Freiheit.“ Der in Lindenfels wohnende Neuthinger stellt regelmäßig eigene Werke aus und arbeitet seit fünf Jahren mit Kindern und Jugendlichen. Dafür hat er eine einjährige Weiterbildung absolviert.

Spaß beim Mischen der Farben

Die bei der Vernissage anwesenden Kinder waren sich einig: Den größten Spaß hatten sie beim Anmischen der Farben mit Pigmenten. Und sie würden bei einem solchen Kurs wieder mitmachen – der aktuelle fand ein Dreivierteljahr jeden Freitag statt. Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU) betonte bei ihrer Ansprache, dass dabei das Ziel gewesen sei, die Kinder und Jugendlichen mit künstlerischen Techniken vertraut zu machen. Jedoch: „Der Spaß am Experimentieren stand im Vordergrund!“ 30 Werke seien für die Ausstellung ausgewählt worden, die auf besondere Art Geschichten erzählen. Sie lobte die Jugendräume Rheingönheim, die im Stadtteil stark verankert seien. Das Engagement der Mitarbeiter gehe weit über das hinaus, was eine solche Einrichtung normalerweise im Alltag leistet.

Die Vernissage wurde musikalisch begleitet von einer Nachwuchsmusikerin: Anna-Maria Almasi spielte exzellent Geige. Als nächste Veranstaltungen mit Neuthinger bieten die Jugendräume zwei Kunstworkshops in der Beratungsstelle an, die an den Freitagen 5. und 12. April, jeweils von 16 bis 18 Uhr, stattfinden. Am Freitag, 10. Mai, sollen ab 16 Uhr die dabei entstandenen Werke präsentiert werden.